ZWANZIG STUNDEN STAHL. DIE VERHANDLUNGEN LAUFEN WEITER
Zwanzig Stunden. Das ist kein Bombardement. Das ist eine Schicht. Jemand sitzt in einem Bunker, trinkt Tee, und lässt sprechen, bis die Munition leer ist oder das Ziel zermalmt. Über zwanzig Stunden lang schlugen Geschosse in ukrainische Städte ein, zivile und militärische Ziele gleichermaßen. Wer „beides" sagt, meint: Es gab keine Trennlinie mehr. Das ist kein Unfall. Das ist Strategie der Ermüdung.
Und während das Stahl regnet, laufen Friedensverhandlungen. Lesen Sie das zweimal. Während Kliniken ohne Strom operieren, während Wohnblocks zittern, reden Diplomaten. Russland setzt den Beschuss fort, mit erheblichen Stromausfällen und zivilen Opfern. Das ist kein Verhandlungsdruck, das ist Kalkül. Wer verhandelt, während er schießt, will den Preis der anderen Seite treiben. Die Ukraine antwortet, das wissen wir aus indirekten Worten aus dem Kreml: Putin kritisiert Angriffe auf russische Infrastruktur. Das ist kein Eingeständnis. Es ist eins. Wenn die andere Seite dich trifft, hast du etwas zu verlieren.
Neununddreißig ICC-Staatsparteien haben die Untersuchung beschleunigt. Der Prozessor autorisierte. Das Mandat reicht zurück: Revolution der Würde, Annexion der Krim, Krieg im Donbass. Acht Jahre, dann Vollskala. Die Anklagebank wird gebaut. Russland behauptet derweil, die Lage sei unter Kontrolle. Umweltschützer und offizielle Daten widersprechen: ökologische und gesundheitliche Schäden wachsen, unbeobachtet von jenen, die behaupten zu beobachten.
In der Ukraine ist die Armee nicht Beruf, sie ist Rückgrat. Viele informieren sich über militärische Medien, nicht über Talkshows. Ein Volk im Standby-Modus.
In Russland: wirtschaftliche Schwierigkeiten, Programme zur Ankurbelung, Gespräche zwischen Putin und Trump über einen Waffenstillstand. Es wird viel geredet. Es wird viel geschossen. Die Frage ist nicht, ob das zusammengehört. Es gehört zusammen.
Unklar bleibt, wer in Moskau wirklich entscheidet, wann zwanzig Stunden enden. Nicht der General an der Front. Jemand weiter oben, der glaubt, Zeit sei eine Waffe. Sie ist es. Aber sie schneidet in beide Richtungen.