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Bayer kaufte das Gift. Die Felder zahlen die Rechnung

10. Juli 2026 — — — Ida Feuerbach

Ich habe Felder gesehen die gestorben sind. Nicht an Dürre, nicht an Frost — an Verträgen die niemand gelesen hat. Bayer hat Monsanto gekauft und mit ihm ein Erbe das nach Gift riecht. Die Rechnung kommt jetzt.

Die Übernahme hat dem Konzern erhebliche finanzielle Verluste beschert. Die Aktienkurse sind gefallen, hohe Strafzahlungen drohen. Die rechtlichen Risiken im Zusammenhang mit Glyphosat-Klagen wurden von Bayer unterschätzt — die nüchterne Bilanz führt zu einer negativen Entwicklung für den Konzern.

Glyphosat ist weltweit der am häufigsten verwendete Pestizidbestandteil. Jede Furche, jede Spritze, jede tote Ecke zwischen den Reihen kennt den Stoff. Seine Klassifizierung als wahrscheinlich krebserregend ist umstritten. Die Internationale Agentur für Krebsforschung hat ihn als wahrscheinlich krebserregend eingestuft — obwohl die tatsächliche Anwendung nicht direkt mit Krebskrankheiten in Verbindung gebracht wird. So steht es in den Akten. So bleibt es in der Schwebe.

In San Francisco hat das Berufungsgericht den Schadensersatz von 289 Millionen auf 20,5 Millionen Dollar gesenkt. Ein Etappensieg für Bayer. Der Konzern begrüßte die Entscheidung und bleibt bei der Ansicht, dass das Urteil nicht mit der Beweislage übereinstimmt. Man sieht den Gewinn, man sieht die Klägerin nicht.

Der Fall könnte ein Präzedenzfall sein — er betrifft die Verantwortung von Bayer für Missbildungen im Mutterleib. Ein Kind das nie gewählt hat. Eine Mutter die nie erfahren wird warum. Das ist die Sorte von Beweislage die kein Aktienkurs abbildet.

Bayer wurde in verschiedenen Glyphosat-Urteilen zu Schadenersatz verurteilt, in anderen Fällen freigesprochen oder hat Vergleiche geschlossen. Das Muster ist bekannt: hier verliert die Firma, dort gewinnt sie. Was bleibt ist nicht das Urteil, sondern das Gift im Boden.

Unklar bleibt, wer wusste was wann. Unklar bleibt, welche Akten in Leverkusen verbrannt wurden. Die Felder zahlen die Rechnung. Sie haben keine Anwälte.

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