Brüssel malt grün — ich schau unter den Kragen
Brüssel malt grün. Auf dem Papier ist alles sauber: Emissionshandel, CBAM, REPowerEU, der ganze Werkzeugkasten. Saubere Technologien, grüne Infrastruktur, gerechter Übergang für die Gemeinschaften, die es trifft. Klingt nach Predigt.
Schau genauer hin. Der Emissionshandel verteuert CO2. Wer kann sich das leisten? Die Konzerne, die schon groß sind. Kleine Wettbewerber knicken ein. Das ist keine Klimapolitik. Das ist Marktbereinigung im Anzug der Moral.
Der CBAM — Carbon Border Adjustment. Klingt nach Umweltschutz an der Grenze. Ist auch eine Mauer. Stahl aus Indien, Zement aus der Türkei — plötzlich teurer, weil Brüssel mitmisst. Was passiert mit den Lieferketten? Sie biegen sich. Um Europa herum. Oder sie gehorchen.
REPowerEU will unabhängig machen von fossilen Brennstoffen. Windkraft soll beschleunigt werden — sonst verfehlt Europa seine Klimaziele und sichert seine Energieversorgung nicht. Dafür braucht man Stahl. Viel Stahl. Energieintensive Industrien sind das Rückgrat dieser Lieferkette — das steht so in den Plänen. Aber wer stärkt sie? Wer subventioniert sie wirklich? Oder werden sie billig eingekauft und unter Druck gesetzt?
Dann Afrika. BlueInvest Africa, nachhaltige Nutzung der Ressourcen. Wer fährt hin und macht die Verträge? Dieselben Akteure wie immer, nur diesmal mit ESG-Bericht im Aktenkoffer.
Und jetzt die offene Frage: Es gibt politische Kräfte in der EU, die den Grünen Deal einschränken wollen. Welche? Wie viel Gewicht haben die Lobbys, die ihre Leute in Brüssel platziert haben? Wenn Pläne zurückgezogen werden — wer zieht an welchem Faden? Vertrauen der Industrie, Vertrauen der Wähler. Das sind die Worte, die fallen, wenn ein Deal wackelt. Regulatorische Stabilität klingt nach Anstand. Heißt oft: Wir wollen wissen, woran wir sind, damit wir planen können. Die Planer sind die Großen. Die Kleinen werden geplant.
Ich trink mein Bier. Aus Prinzip. Und warte, bis jemand erklärt, wer wirklich hinter dem grünen Vorhang steht.