Diplomatie auf Sand: Was Riad wirklich will
Saudi-Arabien bietet sich als Gastgeber an. Natürlich tut es das. Wer seinen Namen auf eine Tafel setzen darf, an der über Frieden verhandelt wird, hat schon gewonnen — noch bevor der erste Handschlag fällt. Riad inszeniert sich als neutraler Boden. Netter Versuch.
Schauen wir genauer hin. Die Ukraine nutzt Drohnen, Know-how und Produktion, um sich als neuer Sicherheitsakteur zu etablieren. Das ist kein Nebensatz, das ist die Pointe. Wer in den nächsten Jahren Waffen kaufen will, wird an Kiew nicht mehr vorbeikommen. Die strengen Kontrollen, die Kiew über seine Technologien verhängt? Beruhigungsmittel für westliche Spender. Der eigentliche Exportkanal — und hier wird es interessant — verläuft Richtung USA. Kooperation, Export, gemeinsame Standards. Kiew baut sich gerade eine eigene Rüstungsdiplomatie auf.
Die Bundesregierung plant zusätzliche Militärhilfe, abhängig von den Finanzierungsbeschlüssen für die Bundeswehr. Lesen Sie das zweimal. Die eine Hand weiß nicht, was die andere tut. Oder sie weiß es genau.
Die EU hat Ausnahmen für Norwegen, die Schweiz, das Vereinigte Königreich festgelegt. Drei Namen, drei Eckpfeiler einer Beschaffungsstruktur, die nicht mehr durch Brüssel laufen muss. Die Russland-Sanktionen treffen Halbleiter und Werkzeugmaschinen. Das sind keine Sanktionen — das ist eine Logistikkarte. Wer liefert? Europäer. Die USA sind nur in Ausnahmefällen als Lieferanten involviert. Strategische Priorisierung europäischer Partner, heißt es. Schön übersetzt: Washington hat das Feld geräumt, bevor es überhaupt betreten wurde.
Saudi-Arabien als Bühne. Wer profitiert? Riad bekommt Visitenkarten auf dem diplomatischen Parkett. Die Ukraine bekommt einen Rahmen, in dem sie als gleichberechtigter Partner sitzt — nicht als Bittsteller. Washington bekommt einen Abgang mit Anstand. Europa trägt die Rechnung. Unklar bleibt, wer am Ende den Stift hält, der den Frieden tatsächlich unterschreibt. Das ist die eine Frage, die in der Wüste keiner stellen will.