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Wind, Geld und Finnlands grüne Wette — wer an der Kette sitzt

10. Juli 2026 — — — Hollis

Finnland will bis 2035 klimaneutral sein. Der Wind soll den Strommix tragen. Das liest sich staatstragend. Es liest sich vor allem wie eine Bestellung.

Siemens Gamesa und OX2 arbeiten erneut zusammen, um Wind in Skandinavien voranzubringen. Das ist kein Liebesdrama, das ist ein Liefervertrag. Wer liefert, verdient. Wer Aufträge vergibt, verschafft sich Einfluss auf Geschwindigkeit und Richtung. Die Lieferketten für Offshore-Wind sind lang. Am Ende sitzt das Geld nicht beim Wind selbst.

Welcon hat einen dicken Auftrag von Siemens Gamesa. Offshore-Türme. Stahl, Schweiß, schwere Arbeit. Die Nachfrage nach größeren Anlagen wächst — und mit ihr die Aufträge an jene, die das Material liefern. Wer an dieser Schraube sitzt, hat eine goldene Hand.

Windanker klingt nach Heimat. Es riecht nach Bilanz. Hoher EBITDA-Multiplikator — das heißt, Investoren haben eingepreist, dass hier Rendite fließt. Welche Fonds, welche Vehikel, welche Namen wirklich hinter dem Park stehen? Unklar bleibt, wer am Ende zeichnet, wenn die Rechnung kommt.

Die Nordseecluster A und B zeigen, wohin die Reise geht: Offshore im industriellen Maßstab, Dekarbonisierung als Geschäftsmodell. Iberdrola baut Positionen aus, schmiedet Allianzen. East Anglia THREE in Großbritannien liefert das Argument in Zahlen: 1.400 Megawatt, Strom für 1,3 Millionen Haushalte. Eine Zahl, die sich gut verkauft. Versprechen halten, wenn die Zinsen passen.

Masdar und Iberdrola bündeln Kräfte: bis zu 15 Milliarden Euro für Offshore-Wind und grünen Wasserstoff. Klingt nach Zukunft. Klingt vor allem nach Kapital, das sich seine Wege sucht.

Finnland hat Ambition. Schön. Ambition ist das Wort der Stunde in jedem Aufsichtsrat, der grünes Licht braucht. Die Frage ist nicht, ob das Ziel 2035 erreicht wird. Die Frage ist, wer bei dieser Wette den Mantel trägt und wer barfuß läuft, wenn der Wind sich dreht.

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