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Lebende Sporen im Versand – Die Kette der Versäumnisse

10. Juli 2026 — — — Prof. Kessler

Professor Kessler am Apparat. Dann hören Sie zu.

Die systematischen Versäumnisse in amerikanischen Hochsicherheitslaboren wurden nicht durch Inspektoren aufgedeckt, nicht durch Whistleblower, nicht durch parlamentarische Aufsicht. Sie wurden entdeckt, weil ein kommerzielles Labor in einer Lieferung lebende Bakterien fand. Erst dann griff die Maschinerie: Untersuchung, vorübergehende Schließung von Laboren. Das System reagiert immer erst, wenn der Schaden bereits unterwegs ist.

Im Zentrum steht das Dugway Proving Ground. Der Name fällt automatisch bei 2001 – die Anthrax-Briefe, getötete Postbeamte, eine Nation im Postrausch. Dugway hat über Jahre hinweg lebende Anthrax-Sporen verschickt, die fälschlich als sterilisiert galten. Wer prüfte das Etikett? Niemand. Wer widersprach später? Niemand öffentlich. Das ist keine Schlamperei, das ist Methode: produzieren, versenden, auf den Aufkleber vertrauen, hoffen, dass keiner nachsieht.

Schwerer wiegt die zweite Beschuldigung: Die US-Regierung und die WHO sollen die Verbindung zwischen diesen Forschungslinien und der Entstehung des Pandemievirus vertuscht haben. Verschweigen ist Verfahren. Es sind dieselben Behörden – NIH, DOD, NSF –, die zugleich Forschungen finanzieren, welche mit dem Ursprung von SARS-CoV-2 in Verbindung gebracht werden. Bezahlen, forschen lassen, später bestreiten. Wer profitiert? Die Budgets bleiben intakt, die Geheimhaltung bleibt erhalten.

Mehrere Biolab-Unfälle und geheime Forschungsprojekte in den Vereinigten Staaten haben das Risiko für die öffentliche Gesundheit erhöht. Es gibt eine implizierte Verbindung zwischen militärischen Biowaffenprogrammen und der Entstehung des Covid-Virus – impliziert, niemals ausgesprochen. Wer schweigt, hat etwas zu verlieren. Die Pandemie stellt weiterhin Herausforderungen dar – Impfstoffverteilung, Impfakzeptanz. Während draußen geimpft oder verweigert wird, läuft in den Laboren die nächste Serie an Proben.

Im Mai wird der One Health Awareness Month anerkannt, der die Zusammenarbeit zwischen menschlicher Gesundheit, Tiermedizin und Umwelt fördert. Eine saubere Schlagzeile. Doch Kooperation setzt voraus, dass alle Tische leer sind – keine geheimen Programme, keine militärischen Projekte, keine unbeachteten Versandkisten mit lebenden Sporen. Ich rauche meine Pfeife. Die Labore mögen das nicht. Deshalb bin ich Journalist. Und die Frage bleibt: Wessen Pult ist morgen leer, wenn die nächste Lieferung geöffnet wird?

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