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PATENT AUF HOFFNUNG: WER KASSIERT AN DER SEELE?

10. Juli 2026 — — — Dr. L. Rath

Die FDA hat Esketamin zugelassen. Ketamin ist der Wirkstoff, Spravato der Markenname, Janssen der Eigentümer, Johnson & Johnson der Konzern. NMDA-Rezeptoren werden blockiert, Glutamat flattert durch die Synapsen, und nach Stunden statt nach Wochen spürt der Patient Linderung. So die Verkündung. Doch wer hat die Studie bezahlt? Wer sitzt im Aufsichtsrat? Was steht nicht im Beipackzettel?

KarXT – Xanomelin plus Trospium – zeigt signifikante PANSS-Verbesserungen gegen Placebo. Karuna Therapeutics entwickelt es. Bristol Myers Squibb hat zugegriffen. Das erste neue Antipsychotikum seit über dreißig Jahren, jubiliert die Branche. Dreißig Jahre. Eine ganze Generation schluckt seither die alten Moleküle – mit extrapyramidalen Schäden, mit metabolischen Narben. Und nun soll es die Kombination eines Muskarin-Agonisten mit einem Anticholinergikum richten? Die Pharmaindustrie nennt es Durchbruch. Ich nenne es ein Geschäft.

Die Forschung zu Psychedelika und Dissoziativa hat sich in zwanzig Jahren vervielfacht. Psilocybin. MDMA. Ketamin. Jeder bekommt seine FDA-Umarmung. Doch überhöhte Erwartungen und methodische Schwächen stehen im Raum: kleine Stichproben, selektierte Patienten, kurze Beobachtungszeiten. Welche Daten werden nicht veröffentlicht?

Esketamin erhielt zudem die Monotherapie-Zulassung für therapieresistente Depression. Hauptsächlich Flexibilität in der Kennzeichnung – neue Verordnungswege, neue Erstattungswege. Besser wird das Molekül dadurch nicht. Nur teurer.

Die neue APA-Richtlinie empfiehlt nun, Antipsychotika zur Prävention oder Routinebehandlung von Delirium nicht einzusetzen, außer bei erheblichem Risiko. Haloperidol. Quetiapin. Risperidon. Jahrzehntelang routinemäßig verabreicht. Wer hat das bezahlt? Wer profitiert?

Eine Renaissance, sagen sie. Jemand verdient an der Seele. Ich benenne ihn.

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