Fünfundfünfzig Euro für die Tonne, und wer zahlt die Rechnung?
Wien. Die Erde hat eine Quittung ausgestellt, und sie ist auf österreichischem Papier gedruckt. Fünfundfünfzig Euro pro Tonne CO₂ im Jahr 2025. Bis 2040 sollen es zweihundertfünfundsiebzig sein. So liest man das in den Akten.
Was als Klimaneutralität bis 2030 verkauft wird, ist im Kern eine Steuer — benannt nach dem, was sie bestrafen soll. Heizöl wird teurer. Treibstoff wird teurer. Die Mineralölsteuer hat ein neues Kleid bekommen, und das Kleid heißt jetzt CO₂-Bepreisung. Wer das Kleid früher genäht hat, weiß, wie es riecht: nach verbrannter Erde.
Der Klimabonus federt ab, sagt die Politik. Federt ab für wen? Für die Mieter — achtzig Prozent von ihnen müssen mehr als die Hälfte der Kosten tragen, weil die Stufenregelung den Vermieter erst dann belastet, wenn das Haus schlecht gedämmt ist. Und schlecht gedämmt sind viele. Die Last fällt nach unten, dorthin, wo die Heizung am lautesten knarrt.
Die Kostenverteilung zwischen Mieter und Vermieter richtet sich nach dem energetischen Standard. Saubere Hülle: Vermieter trägt mehr. Faule Hülle: Mieter trägt mehr. So steht es im Gesetz. So liest es sich, wenn man die Paragraphen gegen das Licht hält.
Der Preisstabilitätsmechanismus soll extreme Schwankungen bei den Kraftstoffpreisen für private Haushalte abmildern — ein Schleifchen über einem Preisschild. Die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Abfederung sind nicht sozial gerecht, sagen die, die nachgerechnet haben. Sie helfen eher besser Verdienenden. Wer weniger hat, hat mehr zu tragen. Das ist kein Zufall. Das ist Bauplan.
Unklar bleibt, wer in den Sitzungen saß, als die Stufen so geschnitten wurden, dass die Acht aus dem Mieterbeutel die Zehn aus dem Vermieterbeutel nicht trifft. Wer profitiert von einer Konstruktion, die wie eine Steuer wirkt und den Namen einer Tugend trägt? Wer verschweigt, dass zweihundertfünfundsiebzig Euro pro Tonne im Jahr 2040 für Heizölverbraucher keine Abfederung mehr kennen — nur noch Kosten?
Ich übersetze weiter. Die Erde schreibt mit. Sie hat Geduld.
Wasser findet seinen Weg.