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CHARGEN, TOTE, RÜCKZUG: DAS GESCHÄFT MIT DER BESCHLEUNIGTEN ZULASSUNG

10. Juli 2026 — — — Dr. L. Rath

Es begann mit dem Versprechen, die Pandemie zu beenden. Was folgte, sind Gerichtsakten. AstraZeneca — der Name steht jetzt zwischen Anwälten, nicht in Werbebroschüren. Der Impfstoff wurde mit tödlichen Blutgerinnseln in Verbindung gebracht. Er wurde zurückgezogen. Die Klagen laufen.

Die Frage ist nicht ob, sondern warum. Die beschleunigte Zulassung hat ihren Preis: übliche Sicherheitsprüfungen wurden verkürzt. Seltene Nebenwirkungen — Thrombosen, Lungenentzündungen — rutschen durch ein zu grobmaschiges Raster. Eine höhere Anzahl spezifischer Immunzellen kann das Risiko für Pneumonien erhöhen. Autoantikörper gegen ein wichtiges Lungenprotein stehen im Verdacht, die Wahrscheinlichkeit für Lungenentzündungen während immunologischer Therapien zu steigern. Was bei dem einen Vakzin als Thrombose erscheint, zeigt sich beim anderen als Pneumonie — derselbe immunologische Mechanismus, andere Organe.

Frankreich setzte aus. Italien zog nach. Belgien hielt an dem Vakzin fest. Experten und Politiker blieben — und bleiben — uneins. Risiko gegen Nutzen, Impfkampagne gegen Sorgfalt. Eine politische Entscheidung mit unvollständiger Datenlage. Wer das Patent hält, wer die Studie zahlt, wer im Aufsichtsrat sitzt — das sind die Fragen.

Das Muster endet nicht bei Vakzinen. Auch in der Onkologie wächst der Einfluss der Immuntherapie. Nivolumab in Kombination mit der Standardtherapie verbessert nachweislich das Überleben bei HER2-positivem Magenkrebs. Doch nicht alle Patienten sind zugelassen. Beschleunigte Zulassung schafft Gewinner, lässt die Ausgeschlossenen ohne Nachsorge zurück. Unklar bleibt, wer ihre Daten sammelt. Unklar bleibt auch, welche Aufsichtsgremien unter welchem Druck die Verkürzung der Prüfphasen genehmigten. Die Akten dazu liegen in Archiven, die niemand öffnen will.

Das ist kein Zufall. Das ist Struktur.

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