Heiße Luft und kaltes Geld: Die Methan-Lüge der CO2-Zertifikate
Eine Pipeline riecht nach Schwefel und Geld. Wer am Ventil stand, weiß: Das Ding pumpt, solange jemand zahlt. Heute werden Kilos gepumpt, die niemand gesehen hat — Tonnen vermeintlichen Methans. Bezahlt mit Papier, das sich CO2-Zertifikat nennt.
Und genau hier stinkt es.
Die Integrität dieser Zertifikate für Methanreduktion ist brüchig wie altes Bohrgarn. Methan ist ein Biest. Über 20 Jahre gerechnet schlägt es CO2 mit dem Faktor 80. Wer eine Tonne Methan stoppt, kauft sich Zeit. Klingt nach Werkzeug. Ist auch eins. Aber nur, wenn man's nicht fälscht.
Die Industrie fälscht.
Zusätzlichkeit — klingt nach Versicherungsbedingungen, ist auch so. Wäre das Methan auch ohne dein Geld eingespart worden? Dann hast du nichts reduziert. Nur eine Zahl gekauft. Dazu die Überzertifizierung: doppelte Abrechnung, aufgeblasene Mengen, Projekte nur auf dem Papier.
Die Nachfrage explodiert. Experten sagen: Bis 2030 wächst der Markt für CO2-Zertifikate um das 15-fache. Klingt nach Goldrausch. Ist auch einer. Der Preis stieg zwischen 2021 und 2023 um 72,5 Prozent. Da wird jemand reich. Nicht der, der das Methan stoppt. Der, der das Papier druckt.
Carbon Credits werden gehandelt. Auf regulierten Märkten, auf freiwilligen. Klingt sauber. Ist es nicht. Es ist ein Basar: Konzerne buchen ihre Bilanz schön, ohne an der Pumpe was zu ändern. Greenwashing — und es funktioniert, weil keiner hinschaut.
Energiehändler und Verbraucher zahlen die Zeche. Die Kosten steigen, also greifen sie nach energieeffizienten Technologien. Klingt vernünftig, ist aber oft nur der Versuch, die eigene Haut zu retten, während anderswo mit heißen Zahlen jongliert wird.
Viele dieser Zertifikate sind fragwürdig. Wertlos. Das sagen nicht die Spinner. Das sagen die Leute, die den Markt kennen.
Wer profitiert? Die, die verkaufen. Wer verschweigt? Die, die kaufen. Welche Struktur trägt das? Eine, in der Luft zu Papier wird und Papier zu Geld — solange keiner den Hahn zudreht.
Unklar bleibt, wie viele Methan-Reduktionsprojekte tatsächlich geprüft sind. Und wer prüft die Prüfer.