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Rohr, Geld, Macht: Wer schweigt, wenn Nord Stream 2 fällt

10. Juli 2026 — — — Hollis

Ich hab Pipelines gerochen, die gestunken haben. Nicht das Öl. Das Geld drumherum. Nord Stream 2 war nie nur ein Rohr unter Wasser. Es war ein Hebel. Und Hebel werden gebraucht, nicht benutzt.

Deutschland hat das Projekt nach vorne geschoben. Wirtschaftliche Vorteile, heißt es. Eine besondere Beziehung zu Russland, heißt es. Ich sag: Wer ein Rohr baut, bindet sich. Wer sich bindet, lässt sich erpressen. Genau das ist passiert. Russland hat Gas als Druckmittel genutzt. Europa hat gezahlt. An der Zapfsäule. In der Heizung. In den Fabriken, die stillstanden. Eine Energiekrise, die vorher absehbar war.

Wer hat profitiert? Auf dem Papier: Gazprom. Auf dem Papier: deutsche Energiekonzerne, die sich billiges Gas sicherten. Im Hintergrund: jene, die nie einen Schweißbrenner in der Hand hatten. Die in Boardrooms saßen und Überschriften lasen wie andere Leute Comics.

Der Widerstand kam von vielen Seiten. EU-Mitgliedstaaten. Die EU-Institutionen selbst. Die USA. NGOs. Geopolitische Bedenken. Sicherheitspolitische Bedenken. Manche hatten weniger Gründe und mehr Brieftaschen. So läuft das Spiel.

Dann: US-Sanktionen. Die Drohung mit wirtschaftlichen Sanktionen zeigt, wie Wirtschaft als Waffe funktioniert. Wer wirtschaftlich droht, meint oft militärisch. Dann: Sabotage. Mutmaßliche Sabotage. Das Wort benutzen wir, wenn wir Spuren nicht zu Ende gehen wollen.

Die Pipeline wurde obsolet. Effektiv. Berichte über Wiederaufnahme der Diskussionen? Gibt es. Wer diskutiert, will meistens nur, dass diskutiert wird.

Jetzt die Haken. Zivilrechtliche Schadensersatzansprüche gegen Gazprom könnten Investitionen erschweren. Die EU-Gasrichtlinie von 2024 stellt rechtliche Hürden auf, besonders für Gazprom. Wer das Rohr wieder aufdrehen will, zahlt zuerst. Oder schweigt weiter.

Offen bleibt: Wer sabotiert wirklich? Welche Struktur trägt das Schweigen? Und wer begleicht die letzte Rechnung für eine Krise, die jemand vorher gesehen hat?

Ich trink mein Bier. Aus Prinzip. Denn wer das Rohr versteht, riecht immer dasselbe: altes Geld, neues Blut.

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