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DEUTSCHLAND MACHT DICHT — RHEINMETALL MACHT WEIT

10. Juli 2026 — — — Hagen, Oberstleutnant a.D.

Lesen Sie die Akte mit, Kollege. Norwegen hat den Waffenverkauf an Saudi-Arabien eingestellt. Spanien ebenfalls. Frankreich liefert weiter. Die USA liefern weiter. Die Bundesregierung wird aufgefordert, das Embargo zu verlängern und auf alle Kriegsparteien im Jemen auszuweiten. So weit die Karte.

Unter der Karte liegt das Rohr.

Rheinmetall hält sich für rückerstattungsfähig. Begründung: Exporte aus politischen Gründen ausgesetzt. Keine Reue. Eine Buchung. Wer politisch aussetzt, sagt dem Käufer: Ich komme wieder. Der Auftrag bleibt im Haus.

Trotz Exportstopp genießen bereits erteilte Genehmigungen Bestandsschutz. Wer profitiert? Der Hersteller. Wer verliert? Die Zivilbevölkerung in Sanaa.

Dann die Architektur. Rheinmetall nutzt Töchter in Südafrika und Italien — RWM Italia und die UAMA operieren unter den Gesetzen ihrer Länder. Juristisch legal. Menschenrechtlich eine Katastrophe. Menschenrechtsorganisationen werfen den Strukturen vor, durch Lieferungen in den Jemen-Krieg Menschenrechtsverletzungen zu fördern. Deutsche Kontrollen umgangen, ohne sie zu brechen. Das ist die Disziplin.

Dann das Trikot. BVB-Sponsoring. Ein Rüstungskonzern kauft in der Bundesliga gesellschaftliche Akzeptanz. Tribüne statt Tribunal.

Zählen wir. Stopp gegenüber Saudi-Arabien: Deutschland, Norwegen, Spanien. Kein Stopp: Frankreich, USA. Töchter, die deutsche Kontrollen umgehen: Südafrika, Italien. Bestehende Genehmigungen mit Bestandsschutz: keine Zahl veröffentlicht. Genau das ist die offene Frage.

Die eigentliche Frage: Verlängert die Bundesregierung das Embargo und schließt die Schleusen — oder lässt sie Rheinmetall weiter über Rom und Pretoria laufen, während der Konzern in Dortmund auf der Ehrentribüne sitzt?

Stahl, der bestellt wird, hat immer ein Ziel. Manchmal steht es auf dem Lieferschein. Manchmal steht es in Johannesburg.

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