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DREI NAMEN, FÜNFZEHN BILLIONEN, NULL STIMMEN

10. Juli 2026 — — — E. Wolff

Fünfzehn Billionen Dollar. BlackRock, Vanguard und State Street verwalten das gemeinsam. Die EU erwirtschaftet pro Jahr etwa ebenso viel. Drei New Yorker Adressen halten, was fünfhundert Millionen Europäer in zwölf Monaten erarbeiten.

Ich habe die Bilanzen gesehen, bevor sie frisiert wurden. Kein Rechenfehler. Ein Bauplan. Diese Finanzkonzerne haben eine größere Einflusskraft auf die globale Politik und Wirtschaft als viele Staaten. Während Parlamente über ein paar hundert Milliarden ringen, bewegen diese drei Konzerne Summen, die kein Parlament kontrolliert. In Aufsichtsräten, Hauptversammlungen, Fusionen, Entlassungen — sie entscheiden. Wenn sie gemeinsam Position beziehen, bewegen sich Märkte — nicht durch demokratischen Auftrag, sondern weil kein Hedgefonds gegen sie wettet.

Gegenmacht formiert sich. Die BRICS-Staaten fordern eine neue Weltordnung, die Interessen von Schwellenländern stärker berücksichtigt. Sechs neue Mitglieder sind beigetreten — die geopolitische Machtbalance verschiebt sich, der Einfluss des Westens verringert sich.

Doch bei näherer Betrachtung wird das Bild unsauber. China spielt innerhalb der BRICS eine dominierende Rolle, was die Dynamik und Entscheidungsfindung maßgeblich beeinflusst. Brasilien, Indien, Südafrika und die Neuzugänge sind politisch und wirtschaftlich sehr unterschiedlich — ihre kollektive Positionierung wird durch diese Heterogenität erheblich erschwert. Das Gegenmodell zum Westen ist alles andere als monolithisch. Die BRICS positionieren sich als Gegenpol zur westlich geprägten Weltordnung und streben nach einer stärkeren Rolle in der globalen Finanzarchitektur.

Wer profitiert? Westlich drei Asset Manager ohne Wählermandat. Östlich ein chinesischer Staat ohne Wählermandat. Beide antworten auf die Frage, wer das Kapital verwaltet — mit unterschiedlichen Mitteln, aber demselben Defizit an Legitimität.

Unklar bleibt, wie eine neue Weltordnung aussehen könnte, in der weder New Yorker Aktienregister noch Pekinger Zentralkommission die Richtung bestimmen. Der Wille ist formuliert. Die Mechanismen fehlen noch. Fünfzehn Billionen Dollar werden verwaltet. Von niemandem, den Sie gewählt haben.

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