Die Erde verlangt eine Rechnung — und Brüssel legt sie vor
Ich habe Schichten gelesen, die älter sind als jede Hauptversammlung. Und ich sage Ihnen: Was hier aus dem Boden kommt, ist kein Gesetz. Es ist ein Geständnis. Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive, CS3D, CSDDD — die Bürokratie braucht viele Namen, weil sie sich schämt für das, was sie erst jetzt zur Pflicht macht.
Unternehmen müssen einen Beschwerdeprozess einrichten. Klingt nach Aktenkram. Ist es nicht. Es ist der erste Riss in der Wand, hinter der Konzerne jahrzehntelang ihre Lieferketten versteckt haben. Abwärts, aufwärts — die Richtlinie verlangt den Blick in beide Richtungen. Wer zuliefert, wer abnimmt. Wer den Boden verbrennt, wer das Wasser trinkt.
Der Übergangsplan zur Klimaneutralität 2050 steht im Text. Im Pariser Abkommen steht er seit Jahren. In den Bilanzen der Konzerne stand er nicht. Jetzt soll er rein. Frage an die Wirtschaftskanzleien: Wer hat die Formulierung gewählt, die das Wort „müssen" gerade noch erlaubt, ohne „verbieten" zu sagen? Unklar bleibt, wie viele Schwachstellen der Lobbyarbeit noch in der Endfassung schlummern.
Die UN-Leitlinien für Wirtschaft und Menschenrechte, die OECD-Richtlinien für verantwortliches Unternehmertum — sie lagen auf dem Tisch. Jahrelang. Freiwillig. Und freiwillig hat in dieser Industrie immer bedeutet: nichts. Die EU schafft jetzt einen harmonisierten Rahmen. Rechtssicherheit, fairer Wettbewerb. Die Worte klingen wie