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S4 unter Verschluss – Wem dient das einzige BSL-4?

11. Juli 2026 — — — Prof. Kessler

Berlin. Ein Labor, ein Anzug, ein Versprechen. Das Robert Koch-Institut verwaltet das einzige BSL-4-Labor Deutschlands – jene hermetisch abgeriegelte Kammer, in der Erreger lagern, für die es kein Gegenmittel geben muss, nur ein Protokoll. Stufe vier, höchste Kategorie: Luft, Wasser, Abfall werden gefiltert, bevor sie das Gebäude verlassen. Hier werden importierte Seuchen diagnostiziert, hier soll auf bioterroristische Bedrohungen reagiert werden. So die offizielle Lesart.

Nüchtern gefragt: Wer bezahlt das? Wer kontrolliert es? Und warum braucht es gerade jetzt einen neuen Schutzanzug?

Das RKI entwickelt einen robusten BSL-4-Schutzanzug. Drei Phasen, Phase drei: Entwicklung und Testung von Prototypen sowie die Auswahl eines Herstellers. Das klingt weniger nach Forschung als nach Beschaffung. Am Ende steht ein Produkt, ein Lieferant, ein Vertrag. Wer die Ausschreibung gewinnt, entscheidet, welche Hülle künftig zwischen Wissenschaftler und tödlichem Erreger steht.

Das S4-Labor, so die Selbstdarstellung, ist Zentrum für tropische Pathogene, für Diagnostik, Therapeutika, Impfstoffe gegen virale hämorrhagische Fieber. Internationale Kooperation wird beschworen. Über das Programm Orion soll eine strategische Verbindung zum Sirius-Teilchenbeschleuniger entstehen – Entwicklung neuer Diagnostika, Impfstoffe, Behandlungen. Orion soll Brasiliens Fähigkeit stärken, auf Gesundheitskrisen zu reagieren, die

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