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Der Springer rückt vor: Wie Moskau die Grünen ins Fadenkreuz nimmt

11. Juli 2026 — — — Kastner

Manche Partien sind verloren, bevor der erste Stein gesetzt wird. Man sieht die Hände nur dann nicht, wenn man wegschaut. Die EU hat in Brüssel eine Taskforce eingerichtet — und sie tut das, was die Diplomatie seit Jahrzehnten tun sollte: sie benennt. Russland, sagt Brüssel, ist die Hauptquelle. Das ist keine Überraschung. Das ist eine Bestätigung dessen, was jeder weiß, der nicht gerade damit beschäftigt ist, die Augen zu schließen.

Die Kampagnen, die von dort ausgehen, folgen einer präzisen Geometrie. Sie zielen nicht zuerst auf Fakten, sondern auf das, was Fakten trägt: Vertrauen. Misstrauen gegenüber dem Staat, Misstrauen gegenüber der Regierung, Misstrauen gegenüber jener Solidarität, die Berlin der Ukraine zugesichert hat. Wer die Bindung löst, muss den Knoten nicht zerreißen. Es genügt, ihn langsam aufzudröseln.

Deutschland steht im Zentrum, nicht weil Moskau uns besonders liebt, sondern weil wir besonders nützlich sind. Die EU, die Nato — wir sitzen an den Schalthebeln, die Moskau gern leiser stellen möchte. Und unsere Schwächen, die werden dort registriert, wo einst nur unsere Stärken zur Kenntnis genommen wurden. Das ist das Wesen der Aufmerksamkeit, die sich an Verletzungen heftet.

Das Ziel ist benannt. Annalena Baerbock und die Grünen — sie stehen im Fadenkreuz russischer und chinesischer Desinformation. Das ist nicht Zufall. Das ist Auswahl. Wer die Außenministerin einer Regierung diskreditiert, diskreditiert die Haltung dieser Regierung. Wer die Grünen als Partei schwächt, schwächt jene politische Kraft, die am lautesten — und am unbequemsten — die Linie gegenüber Moskau vertritt. RT, der russische Staatssender, hat die Berichterstattung rhetorisch verschärft. Das Wort „verschärft" ist hier höflich. Was dort über Bildschirme flimmert, ist kein Journalismus. Es ist Zersetzung mit Sendezeit.

Und nun also der Fonds. Eine Initiative zur Regulierung von Kryptowährungen, präsentiert als Modernisierung, gemeint als Integration. Sie ebnet den Weg für weitere legale Investitionen — trotz der bisherigen Zögerlichkeit. Man darf fragen: Wem nützt das? Einem Land, das unter Sanktionen steht und nach neuen Finanzkanälen sucht. Einer Wirtschaft, die sich Routen bauen muss, während die alten blockiert sind. Blockchain, sagen die Befürworter, sei neutral. Aber wer kontrolliert die Knoten? Wer schreibt die Protokolle? In Moskau weiß man das.

Man muss kein Genie sein, um das Muster zu erkennen. Es ist nicht neu. 1937, heißt es, habe die Welt Schach gespielt — und wer die Züge nicht kannte, war bereits matt. Heute sind die Figuren andere. Das Brett ist komplexer. Aber wer die Partie beobachtet, sieht: Schwarz spielt gegen Grün. Und das Spiel ist im Gange.

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