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Dreihundert Namen Schreiben Das Drehbuch

11. Juli 2026 — — — Hagen, Oberstleutnant a.D.

Hören Sie mir zu. Wer G7 sagt, meint die Delegierten, Pressekonferenzen, Abschlusserklärungen mit dem Foto vor der Hand. Wer vor G7 sitzt, das ist die andere Geschichte.

Trilateral Commission. Politik, Wirtschaft, Banken, Medien, Hochschulen — alles vertreten. Aufnahme nach Gewicht: wirtschaftlich, politisch. Wer drin sitzt, hat die Schlüsselpositionen ohnehin schon. Kein Zufall. Türsteherlogik.

Die Kommission trifft sich, bevor die Sieben sich treffen. Sie veröffentlicht Berichte. Sie unterhält regionale Sekretariate und Task Forces. Sie adressiert internationale Probleme — bevor diese Probleme offiziell Probleme werden dürfen.

Man nennt es Vorwegnahme der Agenden. Hübsch formuliert. Aus der Feldforschung kenne ich das als Vorhut. Kavallerie vor der Infanterie. Die schickt man nicht zum Gewinnen. Man schickt sie, damit das Schlachtfeld geebnet ist, wenn der General eintrifft.

Privates Unternehmertum. Kollektive Problemlösung. Zwei Säulen. Klingt wie ein Stuhl mit drei Beinen. Wer aber bestimmt, welche Probleme kollektiv lösungswürdig sind? Das bleibt unklar. Die Kommission fördert den Dialog, sagt sie. Dialog unter Führungskräften, die sich kennen.

Plattformen wie Lemon — Online-Casino, mobiloptimiert, Live-Spiele, Bitcoin-Boni — sind das nicht auch privates Unternehmertum? Wird hier reguliert oder wird die Regulierung antizipiert? Der deutsche Markt, Anti-Geldwäsche-Gesetz: komplexe Anforderungen. Wer schreibt sie mit? Wer profitiert von der Komplexität?

Offen bleibt, welche Task Force welche Agenda in welcher G7-Vorbereitung gesetzt hat. Offen bleibt, wie ein Casino-Betreiber zur selben Runde gehört wie ein Bankchef. Was eint sie über alle Sektoren hinweg?

Das ist die Frage, die niemand stellt, weil jeder, der sie stellen könnte, in derselben Kommission sitzt.

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