Schöpfung mit Rechnung: Die Fabrikanten der Funktion
Manche Experimente beginnen im Labor und enden im Kongress. Andere beginnen im Kongress und enden im Krankenhaus. Die Gain-of-Function-Forschung gehört zu beiden Sorten. Man nehme ein Virus, schenke ihm Eigenschaften, die es nicht hatte, und nenne das Wissenschaft. Silke Stertz sagt, es sei notwendig, um sich auf künftige Erreger vorzubereiten. Andere sagen, das Risiko sei zu hoch. Beide haben recht. Beide verschweigen das Wesentliche.
Denn wer hat bezahlt? Während in Fachblättern die Notwendigkeit beschworen wird, flossen amerikanische Gelder nach China — dorthin, wo die Forschung möglicherweise zur COVID-19-Pandemie beigetragen hat. Shi Zheng Li, Peng Zhou und Ben Hu arbeiteten in einem Projekt, das von einem DARPA-Zuschuss finanziert wurde. Shi Zheng Li erhielt ein Gehalt, im Gegensatz zu einem früheren NIH-Zuschuss. Drei Höhlen in der Provinz Yunnan galten als strategisch bedeutsam, wichtig genug für ein Kickoff-Meeting in Arlington, Texas. Man nennt das Koordination. Man könnte es auch Kette nennen.
Die DARPA lehnte den Vorschlag ab. Sicherheitsbedenken. Das NIAID unter Dr. Fauci setzte die Forschung dennoch fort. Die EcoHealth Alliance suchte trotz eines Moratoriums zur Erforschung des Funktionsgewinns nach Finanzierung. Man kann das Prinzip nennen. Man kann es auch Dreistigkeit nennen.
Stertz hat nicht unrecht: Vorbereitung ist alles. Aber Vorbereitung wofür — und zu welchem Preis? Wenn die Pandemie durch ein künstliches Virus verursacht wurde, stehen die Finanziers in der Verantwortung. Die internationalen Debatten, die vorübergehenden Finanzierungsstopps: alles nur Kulisse. Das Skript liegt in den Anträgen.
Wir bauen die Maschine, die uns töten könnte, und nennen es Neugier. Wer aber hält die Tür offen, wenn es schiefgeht?