mRNA gegen Krebs: Drei Konzerne, ein Versprechen, viele offene Akten
Drei Namen, dieselbe Technologie. Biontech, Curevac und Moderna schreiben das gleiche Drehbuch: mRNA gegen Krebs. Personalisiert, sequenziert, versendet in einer Ampulle, die aussieht wie ein Designerparfüm. Moderna könnte 2025 einen mRNA-Impfstoff gegen Hautkrebs auf den Markt bringen — abhängig von einer beschleunigten Zulassung. Beschleunigt heißt: weniger Fragen, kürzere Beobachtung, frühere Gewinne.
Die FDA schaut hin und schaut weg. Moderna argumentiert, die Behörde habe den Einsatz eines normal dosierten Gripfstoffes als akzeptabel bezeichnet und bietet weiteren Austausch an. Die FDA kritisierte gleichzeitig, dass in der Studie P304 ältere Probanden nicht mit einem Hochdosis-Grippeimpfstoff verglichen wurden. Das ist kein Streit über Fußnoten. Das ist der Vorwurf, die Vergleichsgruppe so gewählt zu haben, dass die eigenen Daten besser glänzen. Vergleichbarkeit ist keine Bonusleistung. Sie ist Grundlage.
Kombinationstherapien aus mRNA-Impfungen und Checkpoint-Inhibitoren zeigen in klinischen Studien vielversprechende Ergebnisse. Die mRNA-Technologie erlaubt Impfstoffe auf individuelle Tumormarker zugeschnitten — ein patientenspezifisches Produkt, hergestellt in Wochen. Was wie Science Fiction klingt, ist eine Geschäftsgrundlage: jede Ampulle ein Unikat, jede Dosis ein Preisverhandlungsmarathon mit den Kassen.
Der Clou liegt in der Regulierungsarchitektur. Der Impfstoff behält seine reguläre Zulassung, die Behörde sieht ihn für andere Altersgruppen weiter als sicher und wirksam an. Gleichzeitig widerrief die FDA die Notfallzulassung für den Moderna-COVID-19-Impfstoff für eine bestimmte Altersgruppe. Ein Sicherheitssignal? Die Behörde schweigt, Moderna kommentiert, die Börse notiert. Was bleibt, ist ein Flickenteppich aus Zulassungen — der zuverlässig nur Unsicherheit abbildet.
Wer sitzt in den Aufsichtsräten von Biontech und Curevac? Wer finanziert die Studien, deren Daten noch nicht in Fachjournalen stehen? Wenn die personalisierte Ampulle kommt: wer kann sie bezahlen, wer bekommt sie, wer bleibt in der Warteschleife der Onkologie? 1937 ist Vergangenheit. Die Mechanik ist dieselbe: jemand verdient an der Krankheit. Diesmal sind es drei.