Haftung trifft Klimaziel: Vorstände stehen jetzt im Staub
Die Erde schreibt mit. Ich übersetze. Stiefel dreckig, Papiere auf dem Tisch — CSDDD. Corporate Sustainability Due Diligence Directive. Ein langes Wort für eine kurze Wahrheit: Wer Boden und Mensch ausbeutet, soll geradestehen. Nicht der Konzern als Phantom, sondern die Hand, die unterschreibt.
Die Direktive weitet den Anwendungsbereich. Mehr Unternehmen. Auch die Finanzdienstleistungsindustrie — kein Nebensatz, sondern das Eingeständnis, dass Geldströme genauso dreckig sind wie Minen und Fabrikhallen. Wer bislang durch die Hintertür des Kapitals floh, steht jetzt im Licht der Akten.
Große Unternehmen müssen einen Transition Plan vorlegen. Geschäftsmodelle, die sich am 1,5°C-Ziel messen lassen. Klingt nach Papier, ist aber Hebel. Denn Nachhaltigkeitsprüfungen werden rechtliche Pflicht — keine Gefälligkeit, kein Marketing. Risiken für Menschenrechte und Umwelt müssen offengelegt, bewertet, gemindert werden. Schweigen wird teuer.
Die Geschäftsführer:innen-Haftung wird verschärft, insbesondere im Hinblick auf die Erreichung von Klimazielen. Das ist die Zäsur. Die Verantwortungslücke, entstanden durch die Komplexität globaler Lieferketten und die begrenzte rechtliche Verantwortlichkeit multinationaler Konzerne — sie soll geschlossen werden.
Offen bleibt, wer tatsächlich zahlt. Die Hersteller sagen, sie wollen von reaktiven Compliance-Teilnehmern zu aktiven Mitgestaltern von Due-Diligence-Systemen werden. Das klingt nach Lernbereitschaft. Es klingt auch nach: Wer die Regeln mitformt, formt sie zu seinen Gunsten. Wer hier den Stift hält, ist noch nicht ausgemacht.
Beschwerdemechanismen werden gestärkt, arbeitnehmerzentrierte Ansätze ausgebaut. Das Wohl der Arbeiter, die Stimme der