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BRÖCKELNDE OPEC — WER ZIEHT JETZT DIE FÄDEN

11. Juli 2026 — — — Hollis

Ein Riss geht durch OPEC+. Nicht laut. Nicht offiziell. Aber wer einmal an einer Pipeline stand, weiß: Rohre brechen nicht mit Knall, sie weinen langsam.

Sieben Staaten sitzen am Tisch. Saudi-Arabien. Russland. Die anderen. Sie entscheiden, wie viel schwarzes Blut aus dem Boden kommt. Wenn einer aufmacht, machen die anderen auch auf. Doch die Spaltung trägt das Risiko, diese Disziplin langfristig zu zerfressen. Die Preise? Werden ungewiss.

Die Entscheidung zur Produktionssteigerung kommt unabhängig von der Straße von Hormus. Während die Welt zusieht, wie zwischen Iran und Oman die Nerven verlieren, fällen sie ihre Beschlüsse nach eigener Logik. Geopolitik ist Kulisse. Ökonomie ist das Skript.

In Deutschland klagt ein Mann namens Steinbach. Er hat das schon 2008 versucht, damals als Beamter. Nach dem Rücktritt aus dem Staatsdienst hat er die Klage erneut aufgenommen. Er will die OPEC für überhöhte Ölpreise haftbar machen. Symbolisch 50 Euro. Es geht ihm nicht um Gewinn. Er will das Kartell benennen. Das Kostenrisiko bleibt klein.

Steinbach sieht, was ich seit Jahren schreibe: OPEC ist ein Kartell. Es setzt Preise durch, die kein Markt hergibt. Es schädigt Verbraucher. Es schützt Gewinne und Machthaber. Die Verbindung zwischen Riyad, Moskau und den Zapfsäulen in Köln ist direkt. Kein Geheimnis.

Wer profitiert, wenn die Disziplin bricht? Die Spekulanten in London und Singapur. Wer verliert? Die, die ihr Auto nicht abschaffen können. Die im Winter die Heizung nicht aufdrehen, weil das Konto leer ist. Die kennen keine Pipeline. Die riechen nur den Preis.

Offizielle Regierungsquellen liefern die verifizierten Daten für globale Ranglisten. Aber wer kontrolliert, was die OPEC offiziell nennt? Niemand. Sieben Länder bestimmen, was Millionen bezahlen.

Offen bleibt: Wer genau in der Kerngruppe den Bruch will. Und warum ausgerechnet jetzt. Die Antwort liegt in jenen Räumen, in die kein Reporter reinkommt. Noch nicht.

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