KLIMAZIEL ODER KASSENWUNSCH — DIE LNG-AKTE DER EU
Ich habe Männer an Bohrtürmen sterben sehen. Ich habe Ventile gerochen, die kein Vorstand je berührt hat. Was gerade aus den Konzernzentralen und aus Brüssel kommt, das ist eine andere Sorte Gestank. Geld, das sich als Klima verkleidet.
Die EU will raus aus russischem Gas. Verständlich. Die Antwort heißt: LNG. Flüssigerdgas, gekühlt auf minus 162 Grad, über Ozeane verschifft, in Terminals aufgetaut. Milliarden. Klingt nach Lösung. Ist keine.
Dieselben Leute unterzeichnen Klimaziele. LNG verbrennt. LNG ist fossil. LNG ist alles, was die Klimaziele nicht wollen. Kein Widerspruch zum Aufräumen. Einer zum Verkaufen.
Nehmt Québec. „Klimafreundlichste LNG-Anlage der Welt", sagen sie, Strom aus Wasserkraft. Klingt sauber. Riecht nach Marketing. Nur: Es ändert nichts daran, dass am Ende Gas verflüssigt wird, das später irgendwo verbrennt. Die Kohlenstoffrechnung endet nicht am Hafenkai.
Der Ukraine-Krieg hat den Vorhang geliefert. Europa braucht Gas, Milliarden fließen in Terminals und Schiffe. Wer steht mit auf der Rechnung? Naturgy zum Beispiel. Der spanische Konzern sitzt im russischen LNG-Geschäft drin. Ein EU-Bann trifft ihn direkt. Finanzielle und rechtliche Folgen? Auf der Bilanzpressekonferenz hört man dazu nichts.
Jetzt Iran. Krieg dort, Reserven in China knapp. Eine globale Energiekrise klopft an die Tür. Lebensmittelsicherheit, weil Dünger ohne Gas nicht billig wird. Das landet an der Zapfsäule.
Brüssel will beides: raus aus Russland UND Klimaziele halten. Erneuerbare UND LNG. Das ist keine Strategie. Das ist ein Wunschzettel. Bezahlt wird an der Zapfsäule.
Und das Billigste bleibt Pipeline-Gas aus Russland. LNG kann preislich nicht mithalten. Die Nachfrage in der EU sinkt bereits. Die Projekte stehen trotzdem. Warum — bleibt offen. Klar ist: Hier werden Verträge abgerechnet, bevor der erste Tropfen fließt.
Ich trinke mein Bier. Aus Prinzip. Wer dir „klimafreundliches Gas" verkauft, frag ihn, wessen Konto morgen voller ist.