Hochsicher und hochpolitisch: Was das Wuhan-Labor verschweigt
Das Wuhan Institute of Virology gibt sich als Hüter der öffentlichen Gesundheit. Es forscht an Viren in Hochsicherheitslaboren, es entwickelt Strategien für nachhaltige Entwicklung und Landwirtschaft, es stellt sich in den Dienst nationaler Sicherheit. So weit die Pressemitteilung. Dreißig Jahre im Labor haben mich eines gelehrt: Wer sich am lautsten als Hüter geriert, hat am meisten zu verbergen.
Das Institut behauptet, erst am 30. Dezember 2019 mit Covid-19-Proben konfrontiert worden zu sein. Es betont die rasche Übermittlung der Virussequenz an die WHO. Eine Geste der Transparenz, heißt es. Doch die Frage bleibt offen: Wer hatte vorher Kenntnis? Wer wusste wann was? Versteckte Textnachrichten und durchgesickerte Berichte legen nahe, dass das Narrativ über die Herkunft von SARS-CoV-2 möglicherweise manipuliert wurde. Nicht von ungefähr — sondern von wem, bleibt im Dunkeln.
Unklar bleibt auch, welche Rolle Gain-of-Function-Experimente spielten, die offenbar in Laboren mit niedrigerer Sicherheitsstufe durchgeführt wurden. Wer hat das angeordnet? Wer hat die Risiken abgewogen — oder bewusst kleingerechnet? Hochsichere Labore als Aushängeschild, riskante Forschung in der Hinterstube. Das ist keine Panne. Das ist ein Muster.
Das Institut spricht von Routinenarbeit, die missverstanden werde. Die Berichterstattung sei verzerrt. Mag sein. Doch wer die Bühne kontrolliert, der schreibt das Drehbuch. Nachhaltige Entwicklung, landwirtschaftliche Strategien, öffentliche Sicherheit — das klingt nach großer Mission. Aber wer genau profitiert, wenn Pandemiebekämpfung zur nationalen Strategie wird? Wer finanziert, wer berichtet, wer lässt bestimmte Fragen nicht zu?
Ich sage nicht, dass das Labor schuldig ist. Ich sage, dass die Strukturen, die es schützen sollen, dieselben sind, die eine unabhängige Aufklärung verhindern. Die Labore mögen mein Pfeifenrauchen nicht dulden. Aber sie dulden noch weniger unbequeme Fragen.
Wem nützt das Schweigen?