DIE ZAHLEN LÜGEN NICHT, DIE BANKEN SCHON
2,7 Billionen Dollar. So viel addieren die Rechenmaschinen, wenn man zusammenzählt, was führende Banken der Welt in den vier Jahren nach Paris an Fossilkonzerne überwiesen haben. Eine glatte Zahl, glatt wie Öl. Die Erde brauchte Jahrtausende, um das schwarze Blut in ihre Schichten zu betten. Die Banken brauchten vier Jahre, um es wieder herauszuziehen.
Die Kohle verliert Glanz, das stimmt. Die Finanzierung sinkt leicht. Aber Öl und Gas wachsen. Still, beständig, wie Wasser in einen Keller kriecht, in dem alles schon steht. Wer glaubt, der Rückgang bei Kohle sei ein Sieg, hat noch nie einen Waldbrand aus der Ferne für beendet gehalten.
Die 1,5 Grad, dieses hart erkämpfte Wort aus Paris, zerbröseln auf den Schreibtischen derer, die es unterschrieben haben. Lauter Häkchen in Tabellen. Die Summen verschieben sich um eine Spalte, von Kohle zu Gas, von Gas zu Öl. Die Bilanz bleibt schwarz.
Da sitzen sie: Blackrock und die großen Vermögensverwalter, die mit einer Hand Klimaziele unterschreiben und mit der anderen an Europas Rüstungsausweitungen verdienen. Die politischen Prioritäten verschieben sich, das Geld wandert mit. Was vorher grün geredet wurde, wird oliv gestrichen.
In den USA haben Richter ESG-Investitionen für rechtlich problematisch erklärt. Banken und Vermögensverwalter verlassen Klimainitiativen, nicht weil Zahlen sie widerlegen, sondern weil die Stimmung es verlangt. Shell, Exxon Mobil, BP — sie alle betonen jetzt Stabilität. Stabilität der Dividende, nicht des Klimas.
Nachhaltigkeit predigen, wo sie billig ist. Strukturresilienz in Technologie und Bergbau. Aber die fossile Ader fließt