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WER ZAHLT, WER SCHWEIGT, WER GEHT

12. Juli 2026 — — — Hollis

Auf dem G7-Gipfel wird verhandelt. Was wirklich passiert, steht nicht in den Meldungen. Was wirklich passiert, steht in den Bilanzen der Konzerne.

Die G7-Staaten kürzen ihre Entwicklungshilfe. 44 Milliarden US-Dollar fallen weg. Tendenz: abwärts. Die USA tragen den größten Brocken. Das ist die Zahl, die alle nennen. Die Zahl, die keiner bezahlt, steht nicht im Papier: Menschen, die in den Ländern leben, die jetzt trockenfallen.

Oxfam hat nachgerechnet. Die Antwort ist so alt wie die Ölfelder: besteuert die Superreichen. Das soll die Lücken stopfen, die diese Herren am Tisch gerade aufreißen. Armut. Klimakrise. Katastrophen, die noch folgen. Alles in einer Forderung. Keiner will sie hören. Unklar bleibt, warum genau nicht.

Stattdessen reden sie über Waldbrände und Schleuserbanden. Mehr internationale Kooperation, sagen sie. Klingt wie Aufbruch. Steht wie Absage. Dass der Klimawandel die Felder dörrt und die Wälder zündet, steht nicht im Kommuniqué. Wer das gestrichen hat, sagen sie nicht.

Israel bekommt sein Bekenntnis. Recht auf Selbstverteidigung. Deeskalation im Nahen Osten. Man wählt die Verben weich. Die Bomben auf den Dächern nicht.

Die Weltbank finanziert. Infrastruktur in Schwellenländern. Innovative Finanzinstrumente, nennen sie es. Klingt nach Werkstatt. Ist oft ein Strick um den Hals der Länder, die keine Wahl haben.

Der IWF vergibt Kredite. Reformbedingungen. Stabilität. Anleger beruhigt. Ich kenne diese Beruhigung. Sie riecht nach Kerosin und Schuldenstaub. Wer nicht pariert, bekommt keinen Tropfen.

Trump sitzt allein am Tisch. Verhindert die Verurteilung Russlands. Isolation, schreiben sie. Die anderen lassen ihn. Was bleibt, ist ein Gruppenfoto und Schweigen. Wer davon profitiert, sagen sie nicht.

Seit den Neunzigern läuft das so. Stück für Stück, Wahl um Wahl. Weniger Geld. Mehr Worte. Die Kürzung ist nicht der Unfall. Sie ist das Programm. Die Struktur steht.

44 Milliarden fallen weg. Oxfam fordert. G7 schweigt. Weltbank bindet. IWF hält fest. Trump blockiert. Und das Geld verschwindet in der Nacht wie ein Leck in einer alten Pipeline.

Wer zahlt? Die unten, an der Zapfsäule wie im Slum. Wer trinkt? Die oben, beim Champagner im Hangar. Wer geht? Alle, die sich das Bleiben nicht mehr leisten können.

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