Geld, das die Welt vergiftet: Deutsche Banken und ihr fossiles Doppelspiel
Fünf Komma fünf Billionen Dollar. Das ist keine Zahl, die man sich vorstellen kann. Das ist eine Zahl, die man fühlen muss, irgendwo zwischen Texas und der Nordsee, dort wo das Wasser schwarz wird und die Leute husten.
Die sechzig größten Privatbanken der Welt haben seit dem Pariser Abkommen genau diese Summe in fossile Brennstoffe gepumpt. Allein im Jahr 2022 waren es 673 Milliarden Dollar. JPMorgan Chase führt die Liste an, die Royal Bank of Canada steht direkt dahinter. US-Banken dominieren, das ist klar. Aber wir reden hier über deutsches Geld.
Denn deutsche Banken spielen ein doppeltes Spiel. Sie unterschreiben Klimaziele in Glasgow und Sharm el-Sheikh. Sie reden über Nachhaltigkeit in ihren Geschäftsberichten, drucken grüne Logos auf ihre Briefbögen. Und dann fließen seit Anfang 2022 Kredite in Höhe von 2,17 Milliarden Euro in US-Gasexportprojekte. Das ist ein signifikanter Anstieg gegenüber den Vorjahren. LNG-Terminals entstehen, Fracking boomt, und deutsche Investitionen helfen gezielt, das deutsche Fracking-Verbot zu umgehen.
LBBW, Helaba – öffentliche Banken, also unser Geld, Steuergelder – stecken ebenfalls tief drin. Sie finanzieren die Terminals, die das Gas aus den USA nach Deutschland bringen. Gas, das durch Fracking gewonnen wird. Gas, das Wasser verseucht, Luft verdreckt und ganze Landstriche unbewohnbar macht.
Während deutsche Familien an der Zapfsäule zahlen und in schlecht isolierten Wohnungen frieren, während Politiker von der Energiewende reden, fließt das Geld dorthin, wo es immer hinfließt: in die Taschen jener, die nie eine Pipeline angefasst haben. Die Konzerne kommen, pumpen, verschwinden. Das Spiel kenne ich. Ich habe es gesehen, in Texas, in Oklahoma, überall.
Wer profitiert? Die US-Fracking-Industrie, JPMorgan Chase, die Aktionäre. Wer zahlt? Die lokale Bevölkerung in Appalachia, die Menschen in Texas, die ihr Wasser verlieren. Das Klima. Und am Ende wir alle. Die globalen Klimaziele? Gefährdet. Die Klimaschutzversprechen? Lügen.
Die Struktur ist durchschaubar. Sie ist nur nicht verboten. Noch nicht. Die offene Frage bleibt: Wer in den Vorstandsetagen hat entschieden, dass Nachhaltigkeit ein Marketingbegriff ist und kein Versprechen?