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KLINIKEN KLAGEN. KONZERNE VERGLEICHEN. PATIENTEN TRAGEN

12. Juli 2026 — — — Dr. L. Rath

Die Kläger sind nicht die Süchtigen. Die Kläger sind die, die sie auffangen. Gesundheitseinrichtungen, die Patienten mit Opioidabhängigkeit behandeln, haben die Konzerne verklagt, die diese Abhängigkeit in Umlauf brachten. Es ist die seltene Konstellation, dass die Heiler vor Gericht ziehen müssen, weil das System, das sie heilen sollen, von den Verkäufern der Krankheit finanziert wird.

AmerisourceBergen, Cardinal Health, McKesson — die drei großen Distributoren. Sie lieferten, was bestellt wurde, und taten so, als wüssten sie nicht, was sie da lieferten. Teva, Allergan, Johnson & Johnson, Purdue Pharma — die Hersteller. Ihr Marketing war kein Marketing, es war Mission. Verharmlosung als Strategie. Schmerz als Markt.

Die Vorwürfe wiegen schwer: Distributoren und Apotheken ignorierten verdächtige Bestellungen, stellten illegale Rezepte aus. Pharmakonzerne betrieben irreführendes Marketing, das die Abhängigkeit erst großzog. Die Kanzlei Seeger Weiss LLP führte die Verhandlungen. Siedlungen im Wert von über 26 Milliarden US-Dollar. Eine Zahl, die nach Gerechtigkeit klingt und nach Bilanzposten riecht.

Nun also der Opioid Settlement Tracker. Ein Werkzeug für Transparenz. Schön. Wer aber kontrolliert, wohin das Geld fließt — in Therapie, in Prävention, in die Gehälter der Anwälte? Unklar bleibt, welche Gemeinden tatsächlich von den Mitteln profitieren, welche Strukturen die Verteilung lenken, wer im Aufsichtsrat der Stiftungen sitzt, die bald über Leben und Tod ganzer Stadtteile entscheiden.

Wer die Krankheit verkauft, hat verglichen. Wer die Krankheit behandelt, klagt weiter. Das ist die Reihenfolge, in der dieses Land seine Prioritäten sortiert.

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