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Schutt statt Schule: Die Akte Gaza

12. Juli 2026 — — — Hagen, Oberstleutnant a.D.

Ich habe zwei Kriege gesehen, Leser. Stahl bestellt 1937. Stahl bestellt heute. Die Logik bleibt dieselbe: Wer aufräumt, hat vorher angefangen zu planen. Was im Gazastreifen geschieht, ist keine Schlacht, die aus dem Ruder lief. Es ist eine systematische Strategie, die Lebensbedingungen der Palästinenser so weit zu senken, dass Bleiben unmöglich wird.

Die UN-Kommission spricht es aus: systematische Kampagne zur Auslöschung palästinensischen Lebens. Ich notiere das einmal. Dann noch einmal. Dann lege ich das Papier neben die Karte von Khuza'a.

Khuza'a. Ein Ort, kein Schauplatz. Dokumentiert wurde, was Militärlogik übrig ließ: keine zwingende militärische Notwendigkeit. Nur ein Muster. Vorsätzlich. Zivil. Die Wassernetze zerschossen, die Schulen dem Erdboden gleichgemacht, die Moscheen gesprengt. Über 90 Prozent der Bildungs- und religiösen Stätten zerstört. Leser, ich kenne das Wort, das Juristen dafür reservieren. Sie kennen es auch: Kriegsverbrechen.

Wer profitiert? Die Frage stellt sich fast von selbst. Wer blockiert die Hilfskonvois? Wer behindert das UN-Koordinierungsbüro für humanitäre Hilfe, OCHA, bei der Arbeit und kappt die bewährten Hilfssysteme? Dieselbe Hand. Wer richtet Verteilstellen in militarisierten Zonen ein und beschießt die Wartenden? Wissen wir. UN-Vertreter berichten von wiederholten Angriffen auf Menschen, die Brot holen. Das ist kein Kollateralschaden. Das ist ein Systemfehler mit Absicht.

Die UN hat Anklage erhoben. Formal. International. Das Echo wird folgen — ob manche es Propaganda nennen oder Wahrheit, entscheidet sich an der Perspektive des Betrachters. Aber die Fakten liegen auf dem Tisch. Sie riechen nach Pulver und Verträgen.

Wer liefert die Munition? Wer unterzeichnet die Lieferverträge? Wer schweigt in den Hauptstädten? Das, Leser, ist der zweite Akt dieser Akte. Den schreibe ich beim nächsten Mal.

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