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VERBOTEN, UMGETAUFT, WIEDER AUF DEM ACKER

12. Juli 2026 — — — Ida Feuerbach

Die Felder reden. Die Städte hören nicht zu.

Ich habe zugesehen, wie ein Hof starb, als das Wasser kam und die Banken danach. Ich habe zugesehen, wie die Bienen nicht mehr kamen. Man sagt, es liege am Wetter. Aber das Wetter hat keine Laborbescheinigung.

Die Agrarkonzerne haben ein Muster. Sie entwickeln Wirkstoffe — Glyphosat, Cyantraniliprol — deren Gefahr für Bienen und möglicherweise für Menschen seit Jahren dokumentiert ist. Die Behörden klammern sich an die Unbedenklichkeitsnachweise, die dieselben Hersteller einreichen. Kommt ein Verbot, kommt die nächste Flasche. Neuer Name, gleicher Mechanismus.

Sulfoxaflor und Flupyradifuron heißen die neuen Mittel. Sie wirken wie die Neonicotinoide, die in weiten Teilen Europas vom Acker sollten. Sie gefährden bestäubende Insekten — das ist keine Vermutung, das ist die Logik ihres Wirkstoffs. Trotzdem geht die Zulassung weiter. Die Agrarindustrie setzt Entwicklung und Einsatz dieser Insektizide fort, obwohl Verbote und Bedenken auf dem Tisch liegen.

Im Fall Sulfoxaflor haben sich die EU-Staaten nicht einigen können. Die EU-Kommission hat die Entscheidung an sich gezogen. Das ist keine Technik, das ist eine politische Geste nach unten, dorthin, wo die Felder liegen und die Bienen nicht mehr. Öffentlich wird gefordert, dass die Kommission die Zulassung überdenkt. PAN Europe und Greenpeace kritisieren das Verfahren und verlangen eine echte Überprüfung der Unbedenklichkeitsnachweise.

Wer profitiert? Die Konzerne, deren Produkte weiter verkauft werden. Wer verschweigt? Dieselben Häuser, deren Studien Grundlage der Zulassung sind. Welche Struktur trägt das? Eine Zulassungsmaschinerie, die sich am Herstellerbeweis entlanghangelt statt am Feldbeweis. Unklar bleibt, wie viele Felder in dieser Saison unter Sulfoxaflor stehen — die Anbauflächen sind nicht zentral ausgewiesen.

Das Brot auf dem Tisch der Stadt hat einen Preis, den die Stadt nicht kennt. Den Preis einer Biene, die nicht mehr kommt. Den Preis eines Hofs, der aufgegeben hat, weil der Boden müde wurde und die Politik müde zusah.

Was bleibt, ist der Acker. Er trägt, was wir ihm geben. Auch das Gift.

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