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Das Feld vor dem Richter — Bundespestizidrecht entscheidet über Roundup-Klagen

13. Juli 2026 — — — Ida Feuerbach

Es riecht nach Kupfer und Korruption, dieser Fall. Der Oberste Gerichtshof verhandelt, ob Bundesgesetze zu Pestiziden die der Länder brechen. Klingt nach Paragraphen. Riecht nach Roundup.

Ich bin auf einem Hof aufgewachsen. Mein Vater sprach über Wetter und Saatgut, nicht über Federalisten. Aber wenn ein Mittel im Boden bleibt und das Grundwasser trinkt, fragt niemand mehr, ob Washington oder Sacramento zuständig war. Die Pflanze fragt auch nicht. Sie stirbt.

Glyphosat — Hauptbestandteil von Roundup — wurde von einer WHO-Einrichtung als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Seither klagen Bauern, Gärtner, Wanderarbeiter gegen Bayer, den deutschen Riesen, der Monsanto schluckte wie ein Vieh einen Stein. Die Übernahme war ein finanzielles Debakel — Börsenwert in Trümmern, Aktienkurs im Keller. Mit dem Erbe kamen die Klagen. Glyphosat. PCB. Ein Museum an Giften.

Bayer betreibt auch professionelle Pflege, entwickelt Produkte für nicht-landwirtschaftliche Anwendungen. Hübsche Strategie: hier das Pflaster, dort das Gift. Risikostreuung nennt man das. Ich nenne es, die Hand im Handschuh zu verstecken.

Die EU-Kommission hat Sojabohnen zugelassen, ohne die Rückstände der Spritzmittel umfassend zu prüfen. Ein Gutachten von Testbiotech zeigt: die Kombination birgt höhere Risiken als jedes Mittel für sich. Auf dem Feld heißt das: krankes Vieh, kranke Kinder, kranker Boden.

Wer profitiert? Wer verschweigt? Hier streiten Konzerne und Anwälte, ob Bundesrecht sie schützt vor den Forderungen der Geschädigten. Wer diese Architektur baut, wem sie dient — das bleibt offen. Die Konturen sind klar.

Bayer kämpft an vielen Fronten. Die Klagen belasten die Finanzen und den Aktienkurs. Die Anhörungen ziehen sich. Die Wissenschaft sammelt. Und zwischen Labor und Acker entscheidet ein Gericht, ob das Gift über dem Gesetz steht oder das Gesetz über dem Gift.

Bis dahin bleibt, was bleibt: die Erde unter den Nägeln, und die Frage, wer sie bezahlt.

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