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Grüne Zahlen, braune Erde: Madagaskars Wälder werden verkauft

13. Juli 2026 — — — Ida Feuerbach

Der Spaten stößt auf etwas Hartes. Nicht auf Stein. Auf Papier. Auf Pachtverträge, die nach Nachhaltigkeit riechen und nach Geld schmecken.

Tozzi Green hat sich Land in Madagaskar gesichert — über rechtliche Unklarheiten, die das Unternehmen nicht selbst geschaffen hat, aber meisterhaft nutzt. Während auf den Prospekten Bäume wachsen, schrumpfen die Rechte derer, die dort seit Generationen leben. Indigene Gemeinschaften werden zu Pächtern auf eigenem Boden.

Das Gesetz n°2021-016 hat die Landreformen von 2005 und 2006 zerschlagen. Fortschritte, die einmal nach Selbstbestimmung aussahen. Übrig bleibt ein Zertifikatsystem, das für die arme Bevölkerung unerschwinglich und so bürokratisch ist, dass es nach Ausschluss schmeckt. Wer kein Geld für den Stempel hat, hat kein Recht auf den Acker.

Dann kommen die Zyklone. Die Dürren. Madagaskar verwüstet. Die humanitäre Krise verschärft sich. Die UN und ihre Partner fordern erhebliche Mittel — Madagaskar steht auf der Liste. Wohin das Geld fließt, ist eine Frage. Wohin es nicht fließt, ist die Antwort.

Die Felder reden. Aber die Städte hören nicht zu — sie kaufen Zertifikate. Auf den Straßen Madagaskars protestieren Menschen. Die Sicherheitskräfte antworten mit Gewalt. Danach kommen Plünderungen, weitere Tote. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, spricht von Schock. Schock ist ein Wort für Leute, die nicht hingesehen haben.

Was bleibt? Ein Boden, der jemand anderem gehört. Bäume, die für Kohlenstoff gepflanzt werden, nicht für Brot. Und die Frage, wem die Nachhaltigkeit wirklich nützt — dem Klima auf dem Papier oder dem Investor im Hintergrund.

Wer profitiert, wenn Wald dort wächst, wo vorher Reis wuchs? Nicht die Malagasy. Das ist belegt. Unklar bleibt, wie viele Verträge dieser Art noch unterzeichnet wurden — und von wem.

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