Stahl wird bestellt. Dividenden steigen. Wer fragt nach den Toten?
Hören Sie. Wenn Regierungen Panzer kaufen, kaufen Anleger Aktien. Die einfache Rechnung. Die komplizierte steht woanders — in den Bilanzen neuer Fonds, aufgelegt wie Champagner zu Silvester.
Europäische Staaten erhöhen ihre Verteidigungsausgaben. Milliarden fließen. Rüstungsaktien steigen, Bewertungen steigen. Kein Wunder: Die Zuflüsse in Rüstungsfonds sind gestiegen, getrieben von geopolitischen Spannungen und politischen Verschiebungen in den USA und Europa. Washington schwenkt um, Brüssel wacht auf. Das Geld folgt dem Donner.
Das Timing verrät mehr als alle Geschäftsberichte. Neue Rüstungsfonds werden aufgelegt — jetzt, nachdem die Kurse bereits kräftig gestiegen sind. Das ist Salz auf fertig gewürztem Gericht. Wer wem Geld gibt, will früh einsteigen oder spät aussteigen. Beides setzt auf dasselbe: dass der Boom weitergeht.
Wahrheit: Rüstungsaktien sind Wetten auf Konflikte. Friedensverhandlungen drücken die Kurse. Jeder neue Schlag hebt sie. Anleger kaufen nicht Stahl. Sie kaufen Instabilität — und hoffen, falsch zu liegen.
Die Branche liefert: VanEck, BlackRock. Aber auch Deka und LBBW mischen mit. Verteidigung wird Standardthema. Die Zahl thematischer Fonds mit Verteidigungsbezug hat sich seit 2023 stark erhöht, 2025 erst recht. Wer keinen hat, hat ein Marketingproblem.
Privatanleger mittendrin. Durchschnittlich 1.000 Euro pro Investor. Der Mann von nebenan, der glaubt, er wettet klug. Vielleicht tut er das.
Und die Kredite. Billiges Geld aus Brüssel hilft. Die Zinsersparnis — selbst im besten Fall — bringt jedoch keinen bedeutenden fiskalischen Spielraum. Bonbon auf der Rechnung. Das eigentliche Geld muss woanders her.
Fragen Sie mich: Wem nützt das? Den positionierten Fonds. Den Managern, die Vehikel launchen. Den Brokern mit Provisionen. Wer zahlt? Der Steuerzahler. Und wer stirbt? Darüber redet man nicht beim Fondslunch.
Ich habe zwei Kriege gesehen. Das Geschäft läuft weiter, besonders wenn die Front stillsteht.