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LNG für Deutschland: Zwischen Klimaziel und Boardroom-Deal

13. Juli 2026 — — — Hollis

Die Flamme brennt. Tag und Nacht. Über Stade. Über Wilhelmshaven. Bald auch Brunsbüttel. Das schwimmende Terminal vor Stade aber ist stillgelegt. Vertragsstreit zwischen Hanseatic Energy Hub und Deutsche Energy Terminal. Klingt nach Wirtschaft. Ist Politik. Ist der Anfang einer Struktur, die keiner so nennt.

Ich hab an Pipelines gearbeitet. Ich weiß, wie das Gas riecht, bevor es überhaupt Gas ist. Methan. Das Zeug, das niemand sehen will. LNG kommt verflüssigt über den Ozean, von Fracking-Feldern in den USA, wo Bohrtürme stehen wie Grabsteine einer Industrie, die sich selbst nicht mehr traut. In Deutschland steigt der LNG-Anteil am Erdgas-Import. Trotz Methanemissionen. Trotz Fracking. Trotz allem.

Die Herren in den Boardrooms verkaufen das als Brücke. Brücke wohin? Ins Nichts, wenn Klimaziele ernst gemeint sind. Werfen wir einen Blick hinter den Vorhang: Druck aus den USA. Politische Landschaft. Wirtschaftliche Landschaft. Das sind die Worte, die fallen, wenn jemand Subventionen will. LNG-Lkw sollten nicht länger subventioniert werden. Der behauptete Klimavorteil ist nicht haltbar. Rechnet man Methanemissionen mit, verursachen LNG-Lkw ähnliche Treibhausgasemissionen wie Diesel. Ähnlich. Nicht weniger.

Das Bundesverwaltungsgericht stufte die Genehmigung des Terminals als rechtmäßig ein. Stärkt die Rechtsposition des Betreibers. Wer der Betreiber ist, wer im Aufsichtsrat sitzt, wer den Auftrag vergibt — diese offenen Fragen beantwortet kein Gericht. Deutschland importiert Erdgas über Pipelines aus Russland, Norwegen und den Niederlanden. Funktioniert hat das. Funktioniert noch. Trotzdem werden Terminals gebaut. Schwimmende Anlagen. Verflüssigungsanlagen. Alles, was die Abhängigkeit verschiebt, nur nicht beendet.

Unklar bleibt, wer an dieser Infrastruktur langfristig verdient. Klar ist: Die Kosten landen an der Zapfsäule, an der Heizung. Klar ist auch: Die Männer, die reich werden, haben nie Methan an den Händen gehabt. Sie haben Berater. Anwälte. Und sie haben uns.

Wir haben die Rechnung. Und das Bier danach.

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