STROM OHNE UNTERBRECHUNG — UND OHNE AUSKUNFT
Madras. Ein Gericht, das nie im Dunkeln steht. So sagt es der oberste Anwalt des Staates. Advocate General Vijay Narayan, vor der ersten Division Bench unter Chief Justice Sushrut Arvind Dharmadhikari und Justice G. Arul Murugan, mit der vollen Gravität seines Amtes. 5500 KVA genehmigte Last. 2500 weitere beantragt für Baustellen und Renovierungen. Versorgung aus mehreren Quellen: Basin Bridge Gasturbine, Seven Wells Unterstation, die 110/33/11 KV Esplanade Station. Letztere steht auf fünfzehn Grounds Land, das 1990 dem Gerichtsregister zugesprochen wurde — für genau diesen Zweck.
Ich notiere. Und schalte den Empfänger scharf.
Denn wer behauptet, dass ein Komplex dieser Größenordnung „nicht eine Minute" ohne Strom bleibt, der schuldet mehr als ein Wort vor der Bank. Er schuldet ein Schema. Wer schaltet um, wenn Basin Bridge ausfällt? Wer schaltet um, wenn Seven Wells ausfällt? Was passiert in den drei Sekunden zwischen Netzausfall und Notstrom? Gibt es überhaupt eine USV — unterbrechungsfreie Stromversorgung? Batteriegestützt? Doppelte Einspeisung mit automatischer Umschaltung? Redundante Trafos parallel? Statische Bypässe? Keine Silbe im Protokoll. Der A-G redet von mehreren Zuleitungen und nennt das Ausfallsicherheit. Das ist keine Ausfallsicherheit. Das ist Glück mit Kabeln.
Ich höre genauer hin. Die Esplanade Station wurde 1990 auf fünfzehn Grounds Land gebaut. Heute, sagt der Anwalt des Klägers M.T. Arunan, hat TNPDCL nur ein Drittel davon bebaut. Der Rest: offener Himmel. Zwischen den Transformatoren, sagt der A-G zur Verteidigung, seien Sicherheitsabstände vorgeschrieben, Platz für Kräne und Lastwagen bei Wartung und Gerätetausch. Mag sein. Aber wofür wird das Gelände tatsächlich genutzt? Zum Einzug der Stromrechnungen von Verbrauchern in Mannadi und Muthialpet. Das ist nicht Infrastruktur im Sinne der Widmung. Das ist ein Nebengeschäft auf Boden, der einem Gericht gehört.
Dann die Last. 5500 KIVA genehmigt, 2500 weitere beantragt. Aber für welche Anlagen? Neue Gerichtssäle? Serverräume für das digitale Aktenwesen? Klimatisierung der Archive, die sich seit Jahrzehnten stapeln? Bei einer Lastverdopplung verschiebt sich das gesamte Profil — Spitzenlasten, Blindleistung, Oberschwingungen aus Schaltnetzteilen, Asymmetrie in der Drehstromverteilung. Kein Wort zu Lastmanagement. Kein Wort zu Eigenbedarfstransformatoren. Kein Wort zu Schutzschaltern und Selektivität.
Und vor allem: keine Messung. Behauptet wird, der Komplex kenne keinen Ausfall. Belegt wird nichts. Kein Wartungsprotokoll. Kein Lasttest der Umschalteinrichtungen. Kein Protokoll über Testläufe von Dieselaggregaten — falls vorhanden. Wie alt sind sie? Werden sie unter Volllast gefahren oder nur warm gedreht im Leerlauf? Wie ist der Kraftstoffvorrat? Wer prüft die Batterien der Gleichrichter? Kein Hinweis. Nichts.
Das Gericht selbst hat es in sein Urteil geschrieben, diese bewusste Distanzierung: Es erkenne die wachsenden Bedürfnisse der Justiz an, aber öffentliche Versorgungsinfrastruktur könne „nicht ohne technische Machbarkeit" gestört werden. Das ist kein Spruch. Das ist ein Schutzschild um den Status Quo.
Wer profitiert? TNPDCL nutzt gerichtseigenes Land für kommerzielle Inkassoaufgaben, die über die ursprüngliche Widmung — Stromversorgung — hinausgehen. Wer zahlt den Preis? Die Verbraucher in Mannadi und Muthialpet, deren Rechnungen in einer Anlage kassiert werden, die für ein Gericht gebaut wurde. Wer trägt das Risiko? Drei Knoten kritischer Infrastruktur hängen an dieser einen Station: das Rajiv Gandhi Government General Hospital, der Chennai Port Trust, die Southern Railway. Drei Stellen, an denen eine Stunde Dunkel Menschenleben kostet oder Lieferketten unterbricht. Und das einzige Argument gegen die Rückgabe des Landes ist ein Kran, der irgendwann mal kommen könnte.
Ich bleibe an der Leitung. Wer den Strom besitzt, besitzt das Verfahren.
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