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Terminal Tribune

29. August 2026

Dossier · Krisen & Konflikte

DIE MÜDEN 31 PROZENT – Wie Amerika seinem Präsidenten den Krieg kündigt

29. August 2026 — Morrison, over and out.

Der Bourbon dampft noch am Rand des Glases, als die Zahlen reinkommen. Reuters hat gemessen, Ipsos hat gefragt, und was zurückkommt, ist ein Land, das seinen eigenen Krieg satt hat.

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Einunddreißig Prozent.

So viele Amerikaner stützen noch die militärische Aktion gegen den Iran. Im März waren es siebenunddreißig. Anfang August vierunddreißig. Jetzt, Ende August, einunddreißig. Die Kurve zeigt nach unten, und jede Umfrage gräbt tiefer. Das ist kein Trend mehr. Das ist ein Urteil.

Reagan hatte die Iran-Contra-Affäre. Bush hatte die WMD-Lüge. Und jetzt hat Trump seinen eigenen Krieg, sechs Monate alt, geboren aus den US-israelischen Angriffen auf den Iran am achtundzwanzigsten Februar, mit einer faktischen Blockade der Ölausfuhr aus der Region und Benzinpreisen nahe dem Allzeithoch. Mehr als ein Dollar pro Gallone über dem Stand vor dem Krieg. Die Leute tanken das. Sie spüren das. Sie vergessen das nicht.

Dreiunddreißig Prozent billigen Trumps Arbeit im Oval Office. Der zweite Tiefpunkt in Folge. Ein Rekordtief für seine zweite Amtszeit. Selbst in seiner ersten Amtszeit, diesem zornigen Twitter-Zirkus, ist er nie so tief gesunken.

Und hier, Freunde, wird es interessant für jeden, der mitzählt: Sogar die Republikaner wenden sich ab. Neunundsechzig Prozent stützen den Krieg — früher, im März, waren es noch siebenundsiebzig. Innerhalb der eigenen Basis ist das ein Erdbeben. Leiser zwar, aber deutlich spürbar.

Wer profitiert von dieser Erzählung? Die Demokraten, sagen die Zahlen. Sechsunddreißig Prozent der registrierten Wähler glauben, dass die Demokraten die Lebenshaltungskosten besser in den Griff kriegen. Bei den Republikanern sind es achtundzwanzig. Acht Punkte Differenz. Der größte demokratische Vorsprung seit die Frage im Oktober 2025 erstmals gestellt wurde. Neunhunderteinundfünfzig Befragte, vier Tage Umfrage, Methode sauber — und doch: Siebenunddreißig Prozent wollten sich nicht entscheiden oder sagten, keine der beiden Parteien sei gut. Das ist die stille Mehrheit, die kein Schlaglicht bekommt.

James Talarico trägt Tüten mit Lebensmitteln in seinen Spots. Ein texanischer Demokrat in einem tiefroten Staat. Die Republikaner reden über Steuersenkungen — gut. Aber wenn die Zapfsäule ein Schmerz ist, kein Reflex, hilft das wenig. Achtundachtzig...

Halt. Dreiundachtzig Prozent glauben, der Krieg werde sich "über einen längeren Zeitraum" hinziehen. Im August zuvor waren es achtzig. Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt man. Sie stirbt.

Bei den Unabhängigen sieht es noch düsterer aus für die Partei im Weißen Haus: Dreiunddreißig Prozent würden Demokraten wählen, neunzehn die Republikaner. Eine Differenz von vierzehn Punkten, wenn der Kongress zur Wahl steht. Das ist kein Meinungsforschungs-Ergebnis. Das ist ein Stimmzettel in Wartestellung.

Dann die Waffenfrage. Rasmussen hat am dreizehnten sowie am sechzehnten und siebzehnten August gemessen. Achtundvierzig Prozent der wahrscheinlichen Wähler wollen strengere Waffengesetze. Im Oktober 2024 waren es einundfünfzig. Nur sechsundvierzig würden für einen Kandidaten stimmen, der ein Verbot halbautomatischer Waffen vom Typ AR-15 verspricht. Der Supreme Court verhandelt genau diesen Fall — Entscheidung im Frühsommer 2027. Die Wähler sind stiller geworden. Vielleicht, weil der Krieg im Kopf zu viel Platz einnimmt.

Nun der Ermittler-Blick.

Die Reuters/Ipsos-Umfrage schloss am vierundzwanzigsten August. Neunhunderteinundfünfzig registrierte Wähler, vier Tage Feldarbeit, methodisch solide. Reuters ist nicht AFP, nicht dpa — beide Pressedienste, die Meldungen glätten, bis sie wie eine klingen. Aber dieselbe Zahl in jeder Schlagzeile, jeder Morning Show, jedem Briefing auf dem Kapitol — ist sie darum unwahr? Nein. Wahr. Aber darum auch gehandhabt. In Umlauf gebracht von denen, die eine Erzählung bedienen. Das ist keine Verschwörung. Das ist die Mechanik des modernen Washington.

Und ein Menschlichkeitspunkt fehlt in all dem. Ein blinder Fleck, so hell wie Scheinwerfer.

Die Opferzahlen. Wie viele gefallene amerikanische Soldaten? Wie viele zivile Tote im Iran? Wie viele Tote in der Region insgesamt? Die Reuters/Ipsos-Umfrage zitiert keine. Keine der Agenturmeldungen nennt sie konsistent. In einem Land, das seine Söhne und Töchter in den Krieg schickt, ist das Schweigen über die Gefallenen ein politisches Instrument — und wer es einsetzt, sollte beim Namen genannt werden. Unklar bleibt, wer die Zahlen zurückhält. Unklar bleibt, warum sie nicht in jeder Schlagzeile stehen. Aber genau dieses Schweigen sagt mehr als jede Umfrage.

Trump hat den Krieg gerechtfertigt mit der Drohung einer iranischen Atombombe. Finanzminister Scott Bessent kündigte am vierundzwanzigsten August eine mögliche Ausweitung der Sanktionen gegen Länder an, die Geschäfte mit dem Iran machen — und verschärfte sie nicht. Ein Signal, keine Handlung. Wie die Zahl einunddreißig: gemessen, gewogen, zu leicht befunden, trotzdem auf der Waage gelassen.

Die Römer hatten ein Sprichwort: Ein Volk, das seinen General vergisst, beginnt seinen Kaiser zu wählen. Hier, sechs Monate nach Beginn eines Krieges, ist es umgekehrt. Das Volk vergisst den General nicht. Es beginnt, den Kaiser zu vergessen.

Ich sitze hier mit meinem Bourbon. Evelyn singt unten im Café etwas Trauriges. Die Straßenlaternen flackern, Regen steht in der Luft. Irgendwo über dem Atlantik dreht sich ein Strömungsrad und erinnert daran, dass die Depression auch nicht über Nacht kam. Sie kam in Zahlen. In Kurven, die nach unten zeigten. In Schweigen darüber, was sie bedeuteten.

Einunddreißig Prozent. Und der Krieg geht weiter. Und wenn ein Land aufhört, seine Toten zu zählen, dann hat bereits der Krieg gewonnen — nicht der Feind, der Krieg.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 4 von 4 Behauptungen belegt
  1. ZAHL U.S. public approval of the war with Iran fell to its lowest level since the conflict's early days

    „US public approval of the war with Iran fell to its lowest level since the conflict’s early days,“ — wörtlich im Quelltext belegt

  2. ZAHL Support for the Iran war dropped to 31 percent

    „The four-day poll showed just 31 per cent of Americans support US military action against Iran,“ — wörtlich im Quelltext belegt

  3. ZAHL Gun control support among likely US voters fell since October 2024

    „A Rasmussen Reports survey published August 25, 2026, shows gun control support has fallen among likely U.S. voters since October 2024.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  4. ZITAT US voters favor Democratic Party on cost of living

    „US voters prefer Democrats over Republicans on handling the cost of living, with Democrats leading by 8 points in a Reuters/Ipsos poll.“ — wörtlich im Quelltext belegt

Herangezogene Quellen

  • 4 weitere Quellen waren beim Schreiben nicht abrufbar

5 Quellen · 4 davon belegt · 4 externe Belege · 4 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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