STADT IM FIEBER, FRAU IM POOL: WAS RAMA DUWAJI NEW YORK SCHULDET
New York, Spätsommer. Die Drähte summen, ich übersetze. Was aus Gracie Mansion nach Europa getragen wird, ist kein Kaffeeklatsch. Es ist eine Rechnung.
Rama Duwaji, neunundzwanzig, syrisch-amerikanische Animatorin, Illustratorin, Keramikerin — und First Lady der Stadt, die niemals schläft, deren Schlaflosigkeit sie derzeit aber nicht pflegt. Zum dritten Mal in diesem Jahr fliegt sie nach Europa. Diesmal: Porto. Genauer: Arcos de Valdevez, ein Landhaus mit "exceptional heated outdoor pool, beautifully landscaped gardens". Die Veranstaltung heißt "Journey through Islamic Calligraphy", wird ausgerichtet von The Women Sanctuary, und Duwaji ist nicht Teilnehmerin. Sie ist "artist-in-residence". Sie leitet die Workshops mit.
Zwei Sessions: sechzehnter bis einundzwanzigster September, fünfundzwanzigster bis dreißigster September. Preis: viertausenddreihundert Dollar im Doppelzimmer, fünftausendsechshundert im Einzelzimmer mit eigenem Bad. Wer die Rechnung am Ende begleicht — die Steuerzahlerin New Yorks, ein Sponsor, der Stadtsäckel — steht in keiner der mir vorliegenden Quellen. Genau das ist der Punkt.
Zur Einordnung: Im Sommer war sie bereits nach Mallorca geflogen, ebenfalls Women Sanctuary, ebenfalls "spiritual wellness". Im Kalenderjahr 2026 also die dritte europäische Station, alle in gehobener Umgebung, alle als berufliches Programm deklariert. Die New York Post legt die Fakten am neunundzwanzigsten August vor, Townhall zieht am ersten September nach, Drittquellen bestätigen Reise, Daten und Rolle.
Währenddessen in New York. Die Kriminalstatistik, die Bürgermeister Zohran Mamdani als Erfolg seiner Politik verkauft, zerbröselt beim zweiten Blick. Das Manhattan Institute hat nachgerechnet. Morde: minus neunzehn Prozent. Schießereien: minus fünfzehn Prozent. Klingt zunächst nach Sieg. Dann der Rest: Autodiebstahl plus einhundertvierundvierzig Prozent. Körperverletzung im schweren Deliktbereich plus nahezu fünfzig Prozent. Schwere Straftaten insgesamt fast fünfundzwanzig Prozent im Plus. Raub, einfache Körperverletzung, Einbruch, Diebstahl — alles zwischen fünf und zehn Prozent höher.
Die Logik dahinter ist polizeitaktisch, nicht ideologisch: Die NYPD konzentriert sich auf die kleine Gruppe von Hochrisikotätern, die für die Mehrzahl der Morde verantwortlich zeichnen. Der Effekt: weniger Tote. Aber eben auch: mehr gestohlene Autos, mehr überfallene Passanten, mehr zerbrochene Schaufenster. Rafael Mangual, Fellow am Manhattan Institute, benennt es unumwunden. Der Mordrückgang sei das Resultat gezielter Polizeiarbeit, kein sozialistisches Wunder. Die Stadt ist nicht sicherer. Sie ist selektiv sicherer.
In diese Stadt fliegt Rama Duwaji also nicht. Sie fliegt weg. Drei Mal.
Die Kritik kommt aus den eigenen Reihen — oder zumindest aus den Reihen derer, die New York seit Jahren kennen. Queens Councilwoman Joann Ariola sagt der Post, was viele denken: "Ehemalige First Ladies besuchten Schulen und machten karitative Arbeit. Die Frau von Zohran Mamdani muss es sehr stressig haben, denn diese First Lady interessiert sich mehr für Urlaube als für die Angelegenheiten der New Yorker." Bob Holden, ehemaliger Councilman aus Queens, ergänzt: "Sie benehmen sich wie Jetsetter, dabei sollen sie für New York da sein. Sie sind alles andere als das. Sie ist ein gutes Beispiel für die Heuchelei dieser Administration."
Nun zur Datierung. Hier halte ich inne. Die belegten Quellen — New York Post, Townhall, unabhängige Bestätigungen — datieren die Reise konsistent auf September 2026. In einigen Zuspielungen an diese Redaktion tauchen jedoch abweichende Jahreszahlen auf: 2023, 2024. Eine unabhängige Verifikation über die Fact-Checking-Dienste, die ich üblicherweise konsultiere, war im Rahmen dieser Recherche nicht zugänglich. Die Quellenlage notiere ich ausdrücklich als instabil. Was bleibt: Im September dieses Kalenderjahres, gleich welches, begleitet eine First Lady einer fiebernden Stadt ein Kalligrafie-Seminar in einem portugiesischen Landhaus mit Außenpool.
Was ich nicht schreiben kann, weil es nirgends belegt ist: Wer die Reise tatsächlich finanziert. Welche Rolle The Women Sanctuary in einem größeren Netzwerk spielt. Ob Duwaji und ihr Mann, der Bürgermeister, die politische Arbeit tatsächlich teilen oder ob die Stadt eine First Lady hat, die vor allem eines ist — abwesend.
Was ich schreiben kann: Die Asymmetrie zwischen den Kosten des Rückzugs und den Kosten des Verbleibs in New York könnte kaum größer sein. Fünftausendsechshundert Dollar für ein Wochenende Kalligrafie im geheizten Pool. Fünfundzwanzig Prozent mehr schwere Straftaten für die Menschen, die dieses Wochenende nicht haben.
Die Drähte summen weiter. Ich höre mit.
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