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Terminal Tribune

21. September 2026

Dossier · Klimawandel

BRÜSSEL LOCKERT DIE ZÜGEL — DIE ATMOSPHÄRE TRÄGT SIE

21. September 2026 — — Doc Brenner, irgendwo im Staub

Die Erde bekommt keine Atempause. Sie bekommt eine Verschiebung.

KI-generierte Illustration zum Beitrag

Aus Brüssel kommt ein Vorschlag, der das Herzstück europäischer Klimapolitik weicher zeichnen soll. Die Industrie darf aufatmen. Die Atmosphäre nicht. Der Staub auf meinen Stiefeln ist älter als jede Kommission. Er erinnert sich an keinen Vorschlag — nur an jeden Kubikmeter CO2, der ihr entwischt.

Die Mechanik: Die EU-Kommission will den linearen Reduktionsfaktor senken, der die jährliche Verringerung der CO2-Zertifikate bestimmt. Statt 4,4 Prozent sollen ab 2031 nur 3,7 gelten, ab 2036 nur 1,7. Mehr Zertifikate im Markt. Länger Verschmutzung erlaubt. Die Ausgabe endet erst 2045 — fünf Jahre vor dem Ziel der Klimaneutralität.

Wer profitiert? Chemieparks wie Leuna, Düngemittelfabriken wie SKW Piesteritz. Energieintensive Branchen, die ihre Wettbewerbsfähigkeit gefährdet sehen. Ihnen wird nachgegeben. Die Investitionspflicht der Unternehmen wird gelockert. Kostenlose Emissionsrechte werden bis 2038 verlängert. Die Mitgliedsländer sollen mehr Verantwortung für die Reinvestition der Einnahmen übernehmen — die Industrie wird erneut entlastet, nicht belastet.

Gleichzeitig plant die Kommission, die Dekarbonisierung durch höhere Investitionen aus den ETS-Einnahmen zu fördern. Ein zweiter Hebel. Wer eines ohne das andere liest, liest Werbung statt Wahrheit. Hinter dem Vorhang: zwei Versprechen, ein Haushalt.

Was fehlt im Glanz der Reform: Fälle von Vermeidungsbetrug, die die Integrität des Systems gefährden. Auf dem Markt, der das Klima retten soll. Wie viel davon — offen. Die Quellen schweigen, wo sie sprechen müssten.

Ja, der EU-ETS wirkt. Politische Reformen haben Zertifikatspreise und Effektivität erhöht. So stark, dass Brüssel ihn nun wieder schwächen muss. Das sagt mehr über die Industrie als über das Klima.

Schichten, die ich gelesen habe, sind älter als jede Reform. Verschoben wird keine Zahl — es ist die Geschwindigkeit, mit der sich die Atmosphäre füllt. Langsamer füllen heißt nicht: sich leeren.

Die Atmosphäre gehorcht keinen Beschlüssen. Nur dem Druck.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 2 von 5 Behauptungen belegt
  1. ZAHL EU-Carbon-Boundary-Fee 2026 Vermeidungsbetrug durch Importzertifikate

    im Quelltext gefunden

  2. ZITAT Diese Maßnahmen könnten die Attraktivität des ETS für die Industrie erhöhen und gleichzeitig die Umsetzung der Klimaziele beeinflussen.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  3. ZITAT Mitgliedsländer sollen mehr Verantwortung für die Reinvestition von ETS-Einnahmen übernehmen, was die Belastung der Industrie weiter reduziert.

    „Außerdem sollen die Mitgliedsländer mehr in die Verantwortung genommen werden, Einnahmen aus dem Emissionshandel zu reinvestieren, was die Industrie ebenfalls entlastet.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  4. ZITAT Die Investitionspflicht für Unternehmen im ETS soll gelockert werden, was die finanzielle Belastung für die Industrie verringert.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  5. ZITAT Die EU-Kommission plant, die Dekarbonisierung der Industrie durch höhere Investitionen aus den Einnahmen des Emissionshandels zu fördern.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

5 Quellen · 2 davon belegt · 0 externe Belege · 5 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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