Börse 1937
Terminal Tribune

22. September 2026

Dossier · Klimawandel

214.000 Briefkästen — die Schicht unter dem Geld

22. September 2026 — — Doc Brenner, irgendwo im Staub

Die Erde schluckt. Sie kennt kein Gesetz, das Eigentum schützt. Was hineingeworfen wird, bleibt — meistens.

KI-generierte Illustration zum Beitrag

Die Panama Papers sind kein Sturm. Sie sind das Wasser, das nach Jahrzehnten den Hang freilegt. Darunter liegt ein Skelett aus Papier. Mossack Fonseca, eine Anwaltskanzlei in Panama, hat 214.000 Briefkastenfirmen verwaltet. Nicht erfunden. Gezählt.

Wer profitiert? Wessen Namen wiederholen sich in den Akten? Russische Amtsträger. Oligarchen. Gouverneure. Senatoren. Und ein Cellist. Sergei Roldugin, Taufpate von Putins älterer Tochter, sagt der New York Times, er sei kein Geschäftsmann. Aber er besitzt Briefkästen, durch die Millionen zwischen russischen Staatsbanken fließen. Verwaltet von Angestellten der Bank Rossija. Geleitet von Datschennachbarn des Präsidenten. Strohmann, sagten sie. Strohmann, schreit das Archiv.

Die Empörung folgte dem Drehbuch. „Schwachsinn", sagt WTB-Chef Kostin. „Giftspritze", sagt Duma-Abgeordnete Jarowaja. Kreml-Sprecher Peskow spricht von „Putin-Phobie". Offen bleibt, wessen Ruf hier verteidigt wird.

In Deutschland lief es leiser. Mindestens 28 Banken. Mehr als 1.200 Briefkastenfirmen. Allein die Deutsche Bank hat bis 2007 über 400 aufgesetzt. Dresdner, Commerzbank, BayernLB. Mehrere tausend deutsche Kunden. Die Banken beteuern das Umsteuern. Commerzbank seit 2008. BayernLB verkaufte 2013 ihre Luxemburger Tochter. Die Deutsche Bank gibt grundsätzlich keine Auskunft. Rund 50 der einst 400 Briefkastenfirmen sind noch aktiv. Unklar bleibt, was in ihnen fließt.

Die Struktur trägt sich selbst. Banken, die vermitteln. Kanzleien, die verschleiern. Strohmänner, die unterschreiben. Und Empörung, die lauter ist als jede Reform. Die EU-Kommission schweigt. Einzelne Staaten schweigen. Im Europäischen Parlament formiert sich ein Bündnis für einen Untersuchungsausschuss. Ob er greift — offen.

Was unter der Erde liegt, kommt als Staub wieder.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 0 von 4 Behauptungen belegt
  1. ZAHL Mossack Fonseca betreibt ein Netzwerk von 214.000 Briefkastenfirmen

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  2. ZAHL Mehrere tausend Deutsche und zahlreiche deutsche Banken, darunter die Deutsche Bank, nutzten die Dienste der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca

    die vorgeschlagene Belegstelle steht so NICHT im Quelltext und wurde deshalb verworfen; das ist eine Aussage ueber den Vorschlag, nicht ueber die Quellenlage

    vorgeschlagene Belegstelle verworfen, weil so nicht im Quelltext: „Mindestens 28 deutsche Banken sollen laut SZ in den vergangenen Jahren die Dienste dieser Kanzlei genutzt haben. Insgesamt hätten allein die deutschen Banken bei dem Offshore-Dienstleister mehr als 1200 Briefkastenfirmen gegründet oder diese für ihre Kunden verwaltet. [...] Die Unterlagen, die der S“

  3. ZITAT Putin betont, dass er nicht nach Reichtum strebt, sondern nach Macht

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  4. ZITAT Putin räumt die Richtigkeit der 'Panama Papers' ein, sieht aber hinter den Enthüllungen politische Motive

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

5 Quellen · 0 davon belegt · 0 externe Belege · 4 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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