Meta mauert: Brüssel greift zum Brecheisen
Brüssel, Februar 2026. Die EU-Kommission legt die Handschuhe ab. Einstweilige Zwangsmaßnahmen gegen Meta, weil der Konzern anderen KI-Anbietern die Tür in WhatsApp zuletzt. Vorläufiges Ergebnis: Verstoß gegen Wettbewerbsrecht. Meta hatte im Oktober 2025 angekündigt, die Schnittstelle für die Kommunikation mit Kunden zu sperren, wenn KI der Hauptdienst ist. Klartext: Wer in WhatsApp mit einer Maschine spricht, spricht mit Meta AI. Punkt.
Ich höre die Frequenz. Zuckerberg & Co. bauen derweil oben am Turm weiter. Meta AI — ehemals Facebook Artificial Intelligence Research — hat mit HyperTree Proof Search zehn Probleme der Internationalen Mathematik-Olympiade im Lean-Format geknackt. Die Abteilung hat bis 2022 auf CPUs und eigene Chips gesetzt, dann den Stecker gezogen und auf Nvidia-GPUs umgestellt. Komplette Rechenzentren umgebaut, neue Kühlung, neues Netz. LLaMA — 7 bis 65 Milliarden Parameter. 700 Millionen Nutzer im Monat, Arabisch nun auch.
Wer profitiert? Meta. Wer zahlt? Jeder Konkurrent, der nicht hineinkommt. Und am Ende wir alle, weil die Wahl auf dem Bildschirm kleiner wird statt größer.
Die Imagine-Bildmaschine — bislang in den Chats von Facebook, Instagram und WhatsApp vergraben — steht jetzt auf imagine.meta.com. Mit Emu im Rücken, vier Bilder pro Prompt, sichtbares Wasserzeichen, bald unsichtbares obendrauf. Zuckerberg hat es selbst gesagt: GenAI in „every single one of our products". KI-generierte Textvorschläge im Feed, in Dating-Profilen, in Gruppen. Keine Spielerei. Ein Besetzungsplan.
Und hier liegt der Haken, den Brüssel jetzt aufbricht: Wenn Gesetze vage bleiben und Strafen hoch, erstarren alle. Redakteure entscheiden im Zweifel gegen Bücher — und Konzerne dehnen ihre Macht aus, solange die Wettbewerbshüter nur drohen. Meta hat das Recht, sich zu verteidigen. Aber die Botschaft ist klar: Wer den Draht zum Kunden besitzt, besitzt den Markt. Und den Draht besitzt gerade einer.
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