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3. Oktober 2026

Dossier · Klimawandel

ERSTES LNG-BUNKEN IN ROTTERDAM — SAUBERER RAUCH, ÖLRE KONTEN

3. Oktober 2026 — — Doc Brenner, irgendwo im Staub

Oktober 2018. Im Hafen von Rotterdam atmet die Cardissa aus, was die Gagarin Prospect schluckt: verflüssigtes Erdgas, tiefgekühlt auf minus einhundertsechzig Grad. Sechstausendfünfhundert Kubikmeter davon trägt der Shell-Tanker in seinem Bauch. Er füllt den Aframax-Tanker der Sovcomflot, den ersten seiner Klasse, der mit LNG statt mit Schweröl fährt. Erste Schiff-zu-Schiff-Bunkerung im Rotterdamer Hafen, erster LNG-betriebener Aframax, erster Vertrag zwischen Shell und Sovcomflot von 2017, der jetzt Früchte trägt. Eine Kette von Premieren, jede hübsch verpackt.

KI-generierte Illustration zum Beitrag

Wer profitiert? Zwei Namen stehen auf der Pressemitteilung: Shell und Sovcomflot. Shell liefert den Brennstoff und chartert das Schiff obendrein — ein Rundumgeschäft, sauber doppelt verbucht. Sovcomflot nennt es das „Green Funnel"-Projekt, arbeitet seit 2015 daran und präsentiert der Welt einen Tankerriesen, dessen Emissionen unter der Schwefelobergrenze von 0,5 Prozent bleiben, dessen Stickoxide sinken, dessen CO₂-Bilanz seit 2018 um über 56.000 Tonnen leichter sein soll. Der Hafen Rotterdam assistiert, der CEO spricht von Wandel.

Niemand spricht darüber, dass LNG kein Ende der fossilen Kette ist. Es ist eine Verlängerung. Methan rutscht durch jede Pumpe, jeder Kompressor ist ein Leck. Wer das misst, steht nicht im Programmheft. Unklar bleibt, wie viel Methan bei Förderung, Verflüssigung und Bunkerung entweicht — eine Zahl, die das Marketing nicht braucht.

Unklar bleibt auch, wer die Schwefelobergrenze wirklich durchgesetzt hat. Die IMO schrieb 2020 die 0,5 Prozent vor. Shell und Sovcomflot liefern jetzt die Konformität frei Haus. Regulierung wird zum Produkt. Der Rauch über der Nordsee wird dünner, das Konto bei Shell nicht.

Wer verschweigt? Die Raffinerien, deren Schweröl plötzlich keinen Käufer mehr findet. Die Werften, die Dual-Fuel-Schiffe bauen müssen. Die Küstenstädte, deren Luft reiner wird, während Methan in die Atmosphäre sickert.

Die Gagarin Prospect fährt. Die Cardissa füttert. Die Bilanz stimmt — nur nicht die der Erde.

Wasser sucht sich seinen Weg. Erdgas auch.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 3 von 5 Behauptungen belegt
  1. ZAHL Globale Schwefelgrenze von 0,5 Prozent

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  2. ZITAT Einführung von LNG durch Zusammenarbeit Shell und Sovcomflot unterstützt die Umstellung auf umweltfreundliche Energiequellen

    „marking a number of key milestones as the maritime sector increasingly turns toward cleaner burning LNG fuel.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  3. ZITAT Erfolgreiche Durchführung von LNG-Bunkern im Hafen von Rotterdam betont Infrastruktur und Akzeptanz

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  4. ZITAT Zusammenarbeit Shell und Sovcomflot dient der Reduzierung der Umweltbelastung der Schifffahrt

    „Together with Shell, SCF Group shares a determination to reduce the environmental impact of energy shipping.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  5. ZAHL Einführung von LNG-betriebenen Tankern wie dem Gagarin Prospect

    „The 114,000-dwt dual-fueled Gagarin Prospect is the world’s first LNG-powered Aframax tanker.“ — wörtlich im Quelltext belegt

5 Quellen · 3 davon belegt · 0 externe Belege · 5 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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