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6. Oktober 2026

Dossier · Klimawandel

Pipelines aus Kurdistan, Schweigen aus dem Kreml

6. Oktober 2026 — — Doc Brenner, irgendwo im Staub

Die Erde hat Geduld. Sie hat die Anden gefaltet, den Ural gehoben, die sibirische Taiga mit zehntausend Jahren Moos bedeckt. Was sie nicht hat: Vertrauen in jene, die ihre Adern anzapfen und so tun, als wäre das Blut endlos.

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Europa — hörst du? Du hast dir diese Abhängigkeit nicht eingebrockt. Sie wurde dir eingelötet. Rohre quer durch den Kontinent, Gazprom als Lieferant, Rosneft als Schattenriese dahinter. Wer die Ströme kontrolliert, kontrolliert die Politik. Wer die Politik kontrolliert, kontrolliert, was am Ende in der Atmosphäre landet.

Moskau hat das Pariser Abkommen ratifiziert — 2019, nach Jahren des Wegschauens, gefolgt von Putins Dekret im November 2020. Sechzig Prozent des russischen BIP hängen an Bodenschätzen. Da werden Klimaziele zu Buchhaltungstricks. Verglichen mit dem Jahr 1990, vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion, sieht jede Zahl grün aus. Gazprom, drittgrößter industrieller Treibhausgasemittler der Welt zwischen 1988 und 2015, hinter Saudi Aramco und chinesischer Kohle — kein Anzeichen, die Produktion zu drosseln. Gazprom und Rosneft zusammen: zweihundert Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 2019. Geld genug für Wandel. Wille: Fehlanzeige.

Hier beginnt der Blick hinter den Vorhang. Rosneft will Gazproms Monopol auf dem europäischen Gasmarkt aufbrechen — mit einer Pipeline durch irakisches Kurdistan, dreißig Milliarden Kubikmeter, geplant für 2020. Ein Schlag gegen den eigenen Landsmann. Warum? Tarife und Gewinnmargen. Wer verdient, schweigt über Klimaziele. Wer schweigt, kontrolliert die Narrative.

Daneben sickern Praktiken durch, die in keinem Geschäftsbericht stehen: Firmenregistrierungen in Jurisdiktionen, die keine Fragen stellen. Routen über Iran und Syrien als Umgehungswege für Sanktionen. Whistleblower, die aufdecken, was Aufsichtsräte nicht sehen wollen. Die globale Regulierung, das wird deutlich, hat Löcher, durch die ganze Imperien passen.

Unklar bleibt, wessen Klima eigentlich zählt — das der Aktionäre in Zürich oder das der Permafrostböden in Jakutien, die längst zu tauen begonnen haben und den Geruch von verbrannter Erde in den Wind tragen.

Die Erde schreibt mit. Und sie kennt keine Bilanztricks.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 3 von 5 Behauptungen belegt
  1. ZITAT Die Abhängigkeit der EU von russischen Gas- und Ölimporten verstärkt die globale Bedeutung der Entscheidungen Russlands im Energiesektor, die weitreichende Auswirkungen auf das Klima haben.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  2. ZITAT Gazprom und Rosneft, als führende Energieunternehmen, zeigen keine Anzeichen dafür, ihre Produktion von fossilen Brennstoffen zu verringern oder in erneuerbare Energien zu investieren.

    „Despite this, Russia’s energy giants are neither cutting production nor decreasing their GHG emissions to be in line with the Paris Agreement.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  3. ZITAT Trotz der potenziellen Herausforderung für russische Exporte könnte Rosneft politische und wirtschaftliche Vorteile aus dem Projekt ziehen, insbesondere durch die Nutzung von Tarifen und Gewinnmargen.

    „Rosneft is planning to get back its investments with the help of tariffs and profit margins.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  4. ZITAT Rosneft versucht, durch Projekte im Nahen Osten wie die Pipeline mit dem irakischen Kurdistan, Gazproms Monopol auf dem europäischen Gasmarkt zu brechen.

    „This pipeline is a rival to Gazprom’s projects,“ — wörtlich im Quelltext belegt

  5. ZITAT Die Nutzung von Drittländern wie Iran und Syrien für Sanktionsumgehung wirft rechtliche und ethische Fragen auf, die internationale Aufmerksamkeit erfordern.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

5 Quellen · 3 davon belegt · 0 externe Belege · 5 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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