Neunzehn Prozent, und niemand fragt nach dem Rest
Im Jahr 2025 werden die G7-Staaten ihre Emissionen gemeinsam um neunzehn Prozent gegenüber 1990 gesenkt haben. Das ist die Zahl, die das Climate Action Network aus den selbstgewählten Versprechen der mächtigsten Volkswirtschaften herausgefiltert hat. Neunzehn Prozent. Die Wissenschaft hatte 34 bis 49 Prozent verlangt. Es fehlt ein Drittel.
Wer verschweigt hier was? Deutschland und Großbritannien liegen über dem G7-Schnitt, haben sich unilateral mehr vorgenommen. Aber auch ihr Ehrgeiz reicht nicht. Sie verkaufen sich als Vorreiter und liefern nicht, was die Erde braucht. Die Struktur: Niemand lügt offen. Alle untertreiben gemeinsam. Man riecht es schon — den Rauch über den Akten, der Geruch verbrannter Erde unter jeder Pressemitteilung.
Japan und Kanada planen kaum Reduktionen unter ihren 1990-Werten und nennen das Politikwechsel. Die EU verknüpft den Ausstieg aus fossilen Energien mit Versorgungssicherheit und Kosten — als wäre das Klima ein Posten auf einer Einkaufsliste. Wer profitiert? Die Konzerne, die weiter bohren, weiter fördern, weiter verbrennen dürfen.
In den USA hat die Biden-Administration einen Infrastrukturplan vorgelegt, der Subventionen für Öl, Gas und Kohle abschaffen soll. 35 Milliarden Dollar über ein Jahrzehnt. Der IWF rechnet global mit über fünf Billionen jährlich, wenn man die Kosten der freien Verschmutzung einpreist. Greta Thunberg nannte diese Subventionen vor dem Kongress eine Schande. Eine Schande, im Jahr 2021. Sie hat Recht.
Offen bleibt, warum die G7 sich auf so niedrigem Niveau treffen, obwohl die Bilanz bekannt ist. Wer die Verhandlungsführer sind, die mit 19 Prozent nach Hause gehen und sich Klimakanzler nennen lassen, ist quellenoffen. Was sie antreibt, bleibt im Dunkel der Kanzleien.
Die Erde vergisst nichts. Sie addiert nur.
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