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Terminal Tribune

9. Oktober 2026

Dossier · Klimawandel

Neunzehn Prozent, und niemand fragt nach dem Rest

9. Oktober 2026 — — Doc Brenner, irgendwo im Staub

Im Jahr 2025 werden die G7-Staaten ihre Emissionen gemeinsam um neunzehn Prozent gegenüber 1990 gesenkt haben. Das ist die Zahl, die das Climate Action Network aus den selbstgewählten Versprechen der mächtigsten Volkswirtschaften herausgefiltert hat. Neunzehn Prozent. Die Wissenschaft hatte 34 bis 49 Prozent verlangt. Es fehlt ein Drittel.

KI-generierte Illustration zum Beitrag

Wer verschweigt hier was? Deutschland und Großbritannien liegen über dem G7-Schnitt, haben sich unilateral mehr vorgenommen. Aber auch ihr Ehrgeiz reicht nicht. Sie verkaufen sich als Vorreiter und liefern nicht, was die Erde braucht. Die Struktur: Niemand lügt offen. Alle untertreiben gemeinsam. Man riecht es schon — den Rauch über den Akten, der Geruch verbrannter Erde unter jeder Pressemitteilung.

Japan und Kanada planen kaum Reduktionen unter ihren 1990-Werten und nennen das Politikwechsel. Die EU verknüpft den Ausstieg aus fossilen Energien mit Versorgungssicherheit und Kosten — als wäre das Klima ein Posten auf einer Einkaufsliste. Wer profitiert? Die Konzerne, die weiter bohren, weiter fördern, weiter verbrennen dürfen.

In den USA hat die Biden-Administration einen Infrastrukturplan vorgelegt, der Subventionen für Öl, Gas und Kohle abschaffen soll. 35 Milliarden Dollar über ein Jahrzehnt. Der IWF rechnet global mit über fünf Billionen jährlich, wenn man die Kosten der freien Verschmutzung einpreist. Greta Thunberg nannte diese Subventionen vor dem Kongress eine Schande. Eine Schande, im Jahr 2021. Sie hat Recht.

Offen bleibt, warum die G7 sich auf so niedrigem Niveau treffen, obwohl die Bilanz bekannt ist. Wer die Verhandlungsführer sind, die mit 19 Prozent nach Hause gehen und sich Klimakanzler nennen lassen, ist quellenoffen. Was sie antreibt, bleibt im Dunkel der Kanzleien.

Die Erde vergisst nichts. Sie addiert nur.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 4 von 5 Behauptungen belegt
  1. ZAHL Große Emittenten müssen ihre Klimaziele erhöhen, um die globale Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen.

    „(The Council highlights with concern) that current ambition and implementation remain insufficient to limit warming to 1.5°C“ — wörtlich im Quelltext belegt

  2. ZAHL Die aktuellen Klimaziele der G7-Länder sind unzureichend, um die globale Erwärmung unter 2°C zu halten.

    „CAN Europe calls the leaders of the G7 countries to use this meeting as an opportunity to reconsider their commitments, as they are clearly falling short of what is needed from rich countries to keep global temperature rise below the threshold of 2°C and avoid catastrophic consequences of climate ch“ — wörtlich im Quelltext belegt

  3. ZAHL Japan und Kanada planen kaum Reduktionen unter den 1990er-Emissionsniveaus.

    „Blameworthy, Canada and Japan plan to deliver hardly any reductions below their 1990 emissions, though these countries have presented their commitments as a real change in their policies.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  4. ZITAT Es besteht eine große Lücke zwischen notwendigen Emissionsreduktionen und aktuellen Bemühungen

    „Thunberg said there was a “huge gap” between what countries are doing to cut emissions and what is required to avoid the world heating up by more than 1.5C, a key goal of the Paris climate accords.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  5. ZITAT Die japanische Regierung subventioniert die internationale Energieexploration und -produktion.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

5 Quellen · 4 davon belegt · 0 externe Belege · 5 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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