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Terminal Tribune

11. Oktober 2026

Dossier · Klimawandel

Die schwarzen Zahlen hinter dem Licht

11. Oktober 2026 — — Doc Brenner, irgendwo im Staub

Ich habe diese Woche die Bücher gelesen, die niemand lesen will. Die der Erde. Die der Energie. Die der Politik. Sie lügen alle auf dieselbe Weise: mit leeren Seiten.

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Die EU-Kommission legt einen Entwurf vor, der die Mehrwertsteuer auf Energiekosten senkt. Klingt nach Erleichterung. Riecht nach Ablenkung. Eine echte Reform der Energiesteuerrichtlinie ist überfällig, um Klimaschutz und bezahlbare Energie zu vereinen — doch was hier auf dem Tisch liegt, ist kein Umbau. Es ist ein Pflaster auf eine Wunde, die seit Jahrzehnten blutet.

Der Bericht fordert, was seit Paris auf dem Papier steht: ein Ende der Subventionen für fossile Energieträger, eine Umorientierung in klimafreundliche Investitionen, um die Erderwärmung zu bekämpfen. Saubere Sätze. Schwere Worte. Leere Taten.

Deutschland wird als „Klassenprimus" gelobt, wenn es um die Berichterstattung über Subventionen geht. Ein Titel, der gut klingt in Reden und schlecht klingt in Kohlefeldern. Zwischen politischen Zielen und tatsächlichen Maßnahmen klafft ein Spalt, breit wie der Tagebau. Europäische Staaten, darunter Deutschland, fördern weiter den Abbau und die Nutzung fossiler Energien — trotz internationaler Verpflichtungen zum Klimaschutz. Wer profitiert? Die Frage bleibt offen. Doch wer zahlt, ist bekannt.

Die Bücher sind geschönt. Deutschland wird im Ranking gut bewertet, aber in den Berichten fehlen wichtige fossile Subventionen. Kein Tippfehler. Architektur. Die Leistung, die da gemessen wird, hat jemand anderes definiert. Die tatsächliche Klimaschutzleistung steht in einem anderen Kassenbuch.

Und dann kam Covid. Die Pandemie droht den Trend sinkender Subventionen umzukehren — zusätzliche Milliarden fließen in fossile Strukturen. Als würde man den Arzt rufen und das Haus weiter anzünden. Wer diese Milliarden lenkt? Unklar bleibt, wer entscheidet, dass ausgerechnet jetzt, in der größten Krise seit Jahrzehnten, das alte Feuer neue Nahrung bekommt.

Die G20 subventionieren weiter fossile Brennstoffe, trotz eines leichten Rückgangs. Das behindert den Klimaschutz — nicht zufällig, sondern strukturell. Die Erde schreibt das längst in ihre Schichten. Wir streichen es nur nicht rot an.

Es gibt ein Naturgesetz: Eine Bilanz, die das Feuer nicht bezahlt, bezahlt der Boden.

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