Ariana Grandes Bye im ICE-Video, Weißes Haus schlägt zurück
Ein Popsong. Sechsundzwanzig Buchstaben. Drei von ihnen ergeben ein Wort, das nach Abschied klingt, nach einer Tür, die sich schließt, nach einer Tanzfläche, von der man geht. Bye. Ariana Grande hat dieses Wort nicht für ICE geschrieben. Sie hat es nicht für die Maschinerie einer Bundesbehörde geschrieben, die Menschen in Handschellen legt und in Flugzeuge setzt. Aber das Weiße Haus hat es genommen. Hat den Song in ein TikTok-Video geschnitten, unter Bilder, die das zeigen, was Behörden so gerne hinter Vokabular verstecken: Festnahme, Abschiebehaft, Deportation.
Es war ein UFC-Event im Weißen Haus. Kämpfer im Ring, Scheinwerfer, Kameras auf jeden Schlag, die politische Bühne als Arena. Und mittendrin lief das Video. Ariana Grande singt "Bye", und die Einwanderungs- und Zollfahndung zeigt, was sie darunter versteht: Menschen einsammeln, Familien trennen, Akten schließen, Adressen leer räumen.
Ariana Grande hat zurückgeschlagen. Sie hat das Weiße Haus kritisiert, öffentlich, mit der Wucht einer Frau, die weiß, dass ihre Stimme auch dann ein Mikrofon ist, wenn sie es nicht auf diese Weise benutzen wollte. Sie hat gesagt: So nicht. Nicht mit meiner Musik. Nicht mit dem, was ich geschaffen habe.
Das Weiße Haus hat zurückgefeuert. Gegen eine Sängerin, die mehr Reichweite hat als manche Behörde Mitarbeiter. Gegen eine Frau, die eine der meistgehörten Stimmen ihrer Generation ist. Das Weiße Haus, das ist nicht der Account eines Pressesprechers. Das ist die Maschine, die Paragrafen schreibt, die Haftbefehle unterschreibt, die Charterflüge mietet, um Menschen außer Landes zu bringen.
Ich sitze an einem Schreibtisch, daneben steht ein kleiner Koffer. Für alle Fälle. Ich denke an die Formulare,