Drei Akte, eine Handschrift: Die Verwaltung und ihr Schatten
Es gibt Abende, an denen die Nachrichten klingen wie ein schlecht orchestriertes Kammermusikstück: jeder Einsatz verfehlt seinen Einsatz, jede Geste kommt einen Atemzug zu spät, und das Publikum merkt, lange bevor der Vorhang fällt, dass hier jemand dirigiert, der die Partitur nicht kennt, aber glaubt, sie spielen zu müssen.
In dieser Woche trat die Verwaltung mit drei Eröffnungen gleichzeitig auf die Bühne, und wer die Augen zusammenkneift, erkennt die Choreographie.
Erstens die Seuche. Als sich das Ebola-Virus in die Archive der Weltpolitik zurückmeldete, war die erste Reaktion nicht das Mobiltelefon eines Seuchenbeauftragten, sondern die Frage nach der Schuld. Nicht: Wer hat versagt? Sondern: Wessen Versagen können wir benennen, solange es nicht unseres ist? Die Verwaltung verlagerte das Gewicht mit der Eleganz eines Mannes, der seinen Mantel an der Garderobe abgibt, bevor er die Rechnung unterschreibt, die ein anderer bezahlen wird. Man sprach von "wanton mismanagement of public funds" – einem Vorwurf so schwer, dass er im Raum stehen bleibt wie der Geruch von teurem Rauch in einem leeren Zimmer.
Zweitens die Stadt der Engel. Los Angeles, das seit Jahren mit einer Obdachlosigkeit ringt, die sich in jeden Winkel der Boulevards gefressen hat, wartete auf Bundesmittel. Die Verwaltung wartete ebenfalls – nur auf einen anderen Moment. Sie blockierte die Mittel. Während die Bürgermeisterin die Kameras suchte, um die Not zu beschreiben, beschrieb die Verwaltung in Washington die Not neu: als Beweis für Versagen, das man nicht belohnen dürfe. Eine Geste so präzise, dass sie schon wieder nach Zufall aussieht. Wer Mittel blockiert, muss nicht erklären, warum sie fehlen. Er muss nur erklären, warum ihr Empfänger sie nicht verdient.
Drittens der Senator. Ein Republikaner aus den Kohlefeldern, dessen Firmen Gegenstand einer strafrechtlichen Untersuchung waren, durfte aufatmen. Die Untersuchung wurde eingestellt, begraben unter Akten, deren Verschwinden keine Spuren hinterließ – oder zumindest keine, die man ohne Handschuh anfassen möchte. Man sprach wieder von Verfehlungen, wieder von Mitteln, wieder von dem, was andere mit dem Geld der Steuerzahler anstellen. Nur diesmal war die Verfehlung die zu untersuchende, und die Untersuchung war es, die verschwand.
Und hier schließt sich das Dreieck, sauber wie ein gut geschlungener Knoten.
Die Verwaltung erhebt den Vorwurf des "wanton mismanagement of public funds". Sie erhebt ihn, während sie gleichzeitig Bundesmittel für die Obdachlosenhilfe in Los Angeles blockiert. Sie erhebt ihn, während sie eine strafrechtliche Untersuchung gegen einen Senator der eigenen Partei begräbt, dessen Kohleunternehmen mit genau jenen Mitteln hantierten, die der öffentlichen Hand anvertraut waren. Man muss das nicht in einem einzigen Satz formulieren. Man darf es stehen lassen, nebeneinander, wie drei Anklagepunkte, die sich gegenseitig die Maske vom Gesicht ziehen.
Es ist die älteste Übung der Macht: einen Vorwurf zu erheben, der so allgemein ist, dass er auf jeden passt, und ihn gegen diejenigen zu richten, die einen nicht stören. Wer "Misswirtschaft" sagt, muss nicht erklären, welche Wirtschaft er meint. Wer "Verschwendung" sagt, muss nicht benennen, wessen Verschwendung auf welchem Konto verbucht wurde. Es genügt, dass das Wort fällt. Es fällt weich, wenn man es auf Seide fallen lässt.
Die Handschrift ist immer dieselbe. Es ist die Handschrift von Männern, die Verträge unterzeichnen und in derselben Nacht die Klauseln wieder aufschneiden, die ihnen unbequem sind. Es ist die Handschrift von Männern, die in die Kameras lächeln, während ihre Hände unter dem Tisch die Karten neu mischen. Man erkennt sie an dem kleinen Lächeln am Ende jedes Satzes, der so klingt, als erkläre er etwas, und in Wahrheit nichts erklärt, sondern nur den nächsten Schritt vorbereitet.
Ich trage Handschuhe beim Schreiben. Nicht aus Zierde, sondern aus Gewohnheit. Wer zu oft angefasst hat, was andere nicht anfassen wollten, weiß, dass man die Hände nicht ungestraft in die Akten legt. Aber manchmal genügt es, die Akten nebeneinander zu legen, auf einem Schreibtisch aus dunklem Holz, unter einer Lampe mit grünem Schirm, und zuzusehen, wie sie sich gegenseitig beleuchten.
Drei Akte. Eine Handschrift. Ein Schatten, der nicht zufällig wirft.