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Anstoß um drei, Grenzdienst ab vierzehnhundert Euro

14. Juni 2026 — — — M. Silber

Achtzigtausend Menschen im Stadion, eine Stadt im Fieber. Mexiko gegen Südafrika, Anpfiff null Uhr dreißig. Wer zu dieser Stunde noch steht, steht entweder an einer Stadionkasse, an einer Imbissbude oder an einer Grenze. Fußball wird überall gespielt, das stimmt. Aber um drei Uhr morgens wird er geguckt. Das ist ein Unterschied.

Die Mexikaner lieben Fußball. Sie mögen ihn, sie atmen ihn, sie tragen ihn wie eine zweite Haut. Gestern Nacht also: Mexiko gewann 1:0 gegen Südafrika. Ein Tor, das reichte. Achtzigtausend Fans sahen das Spiel, viele von ihnen auf Bildschirmen in Kneipen, auf Plätzen, in Wohnzimmern, in Schichten, die niemand freiwillig wählt. Denn die Anstoßzeiten dieser Weltmeisterschaft liegen zwischen 18 Uhr und 6 Uhr morgens. Das ist kein Spielplan. Das ist eine Anweisung an den Schlaf derjenigen, die den Schlaf nicht bezahlt bekommen.

Das Spiel war kartenreich. Gelb, Gelb, Gelb, eine Gelb-Rote, das Übliche, wenn Außenseiter aufeinandertreffen. Südafrika war Außenseiter. Mexiko war es auf seine Art, gegen die Erwartung, gegen die eigene Geschichte. Viele Außenseiter sind bei dieser WM dabei, Mannschaften, die man sonst nur in Qualifikationsberichten liest, plötzlich im Hauptprogramm, mit eigener Hymne und eigenem Trikot. Das ist das Schöne an diesem Turnier. Das ist auch das Anstrengende.

Die Organisation war chaotisch. Man muss es so nennen, auch wenn es niemand ausspricht. Sichtbar in den Schlangen vor den Toren, in den verschobenen Shuttlebussen, in den Gesichtern der Ordner, die um vier Uhr morgens noch versuchten, freundlich zu sein. Achtzigtausend Menschen, die zur selben Zeit auf denselben Beinen stehen wollten. Achtzigtausend, die wissen woll

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