Fondas Verfassung, Trumps Ring, FBI im Hintergrund
Es gibt Abende, an denen sich ein Land in zwei Hälften teilt, ohne dass eine Mauer fällt. Solche Abende sind die gefährlichsten, weil sie nach Festen aussehen und niemand auf die Idee kommt, die Stühle zu zählen, die am Ende leer bleiben. Jane Fonda las an einem solchen Abend aus dem ersten Verfassungsartikel. Donald Trump feierte seinen achtzigsten Geburtstag mit einer Karte von sieben Mixed-Martial-Arts-Kämpfen. Beides fand am vierzehnten Juni statt, jenem Tag, an dem die Vereinigten Staaten ihr zweihundertfünfzigjähriges Bestehen hätten begehen können, jenes Semiquincentennial, das in den Geschichtsbüchern stehen wird, falls noch jemand Geschichtsbücher schreibt, wenn diese Legislaturperiode vorüber ist.
Fonda lud zu einer Feier des ersten Verfassungsartikels ein, jener einzigen Freiheitsgarantie, die in diesem Land so oft beschworen und so selten praktiziert wird, dass ihre bloße Erwähnung inzwischen selbst eine politische Handlung darstellt. Trump lud zu einer Karte von sieben Kämpfen, die er persönlich kuratiert hatte, mit dem Selbstverständnis eines Mannes, der das Programm des Abends kennt, weil er das Programm des Landes kennt und sich beides an einem einzigen Abend vorgenommen hat. Die beiden Termine lagen sich gegenüber wie zwei Spiegelbilder, die sich nicht anerkennen, aber denselben Raum bewohnen.
Das FBI verhaftete fünf Personen, die mit einem Anschlag auf Trumps UFC-Event in Verbindung stehen sollen. Geplant waren bewaffnete Drohnen und inszenierte Scharfschützen, ein Drehbuch, das so sehr nach Drehbuch klingt, dass es beinahe eine Erleichterung ist. Die Ermittler sprachen von einer ernsthaften Bedrohung für die nationale Sicherheit. Man darf das glauben. Man muss es nicht. In Genf, wo ich Verträge gesehen habe, die nie eingehalten wurden, lernt man, zwischen Drohung und Inszenierung zu unterscheiden wie zwischen einem Händedruck und seiner Fotografie.
Denn am selben Tag, an dem das Land sein zweihundertfünfzigstes Jubiläum hätte feiern können, feierte ein Präsident seinen achtzigsten Geburtstag mit Blut, Lärm und einem Sender, der den Abend übertrug, als wäre er ein Staatsakt der besonderen Art. Die USA hatten am siebenundzwanzigsten Februar ihre Operationen begonnen. Iran hatte geantwortet, in der Sprache, die diese Männer untereinander sprechen, wenn sie einander mitteilen wollen, dass sie verstanden haben. Der vierzehnte Juni lag nur Wochen später. Wer zählen kann, weiß, wie nah diese Daten beieinanderliegen und welche Art von Feier einem Land bleibt, das seine eigenen Gedenktage nicht mehr von seinen Wahlkämpfen zu unterscheiden vermag.
Auf Trumps Gästeliste fehlten die Namen, die man dort gerne gelesen hätte und die dort nicht stehen werden. Mehrere A-Lister, so meldeten die Agenturen unter Berufung auf das Übliche, blieben fern. Die Stühle, die leer blieben, waren beredter als die, die besetzt wurden. Dana White, der Mann, der die Kämpfe liefert, wie einst andere Männer die Kriege lieferten, sagte anschließend, es werde nie wieder einen Kampfabend im Weißen Haus geben. Das Wort "nie" hat in Washington eine Halbwertszeit von etwa einer Amtsperiode, und ich sage das als jemand, die mehrere Amtsperioden kommen und gehen sah. Daniel Cormier veröffentlichte Screenshots, die angeblich Nachrichten mit Eric Trump zeigen sollen, in denen es um manipulierte Kämpfe geht, um die Inszenierung von Siegen, die keine waren. Man kann diese Screenshots für echt halten oder für das, was sie in den sozialen Medien immer sind: Material, das so lange zirkuliert, bis es wahr wird oder bis es vergessen wird, je nachdem, was länger dauert.
Fonda las also. Trump kämpfte also. Das FBI ermittelte also. Und irgendwo zwischen dem ersten Verfassungsartikel und dem letzten Knockout tat das Land das, was es an Geburtstagen immer tut: es stellte fest, dass es älter geworden ist, ohne erwachsen geworden zu sein, dass es zwei Feiern gleichzeitig veranstaltet und keine einzige davon meistert, dass es Drohnen über seinem Präsidenten findet und noch immer glaubt, es handle sich um eine Ausnahme.
Die Handschuhe, die ich bei solchen Gelegenheiten trage, schützen nicht vor Kälte. Sie schützen davor, Spuren zu hinterlassen auf Dingen, die man nicht berühren sollte. Auch das ist eine Form von Diplomatie.