EINE BILLION DOLLAR: MUSKS RAKETE TRIFFT DIE BÖRSE
Ich höre Frequenzen, die anderen zu hoch sind. Heute summen sie rot.
Elon Musk ist der erste Mensch der Welt, dessen Vermögen dreizehn Stellen hat. Eine Billion Dollar, geschätzt 1,1 Billionen. Mehr als das Bruttoinlandsprodukt von 197 Ländern. Rechnen Sie das in Ihrer Suppenküche nach — es geht nicht auf. Der Mann ist 54, Vater von vierzehn Kindern, und drückte den Knopf zur Börseneröffnung per Schalte aus seinem Starbase in Texas. Die echte Glocke am Nasdaq in New York läutete Gwynne Shotwell, Präsidentin und Chief Operating Officer. Am selben Morgen startete eine Falcon 9 von Cape Canaveral, schickte neunundzwanzig Starlink-Satelliten ins All. Musk sprach von Mond, Mars und darüber hinaus. „Das ist SpaceX — wir nehmen der Science-Fiction die Fiktion.“ Man kann sich solche Sätze leisten, wenn die Zahlen so fallen.
SpaceX ging am Freitag an die Börse. Die Aktie eröffnete bei 150 Dollar, kletterte über 160, schoss auf 176,52. Börsenwert: über zwei Billionen Dollar. Der größte IPO der Geschichte. 75 Milliarden Dollar eingenommen, 555.555.555 Aktien der Klasse A verkauft. Ticker SPCX, Nasdaq. Der Ausgabepreis lag bei 135 Dollar, der erste Handel brachte elf Prozent über Pari. Anleger, die auf 175 gehofft hatten, wurden trotzdem nicht enttäuscht.
Aber Zahlen allein erzählen die Geschichte nicht. Wer kontrolliert das, wer profitiert, wer zahlt den Preis — das sind die Fragen, die ich stelle, seit ich Drähte höre. Und man hat mir gesagt, Frauen hätten an den Tasten nichts verloren. Ich schreibe trotzdem.
Die Profiteure stehen Schlange. Antonio Gracias, Musks Freund und langjähriger Tesla-Investor, kassiert 68 Milliarden Dollar über seine Firma Valor Equity Partners, dem zweitgrößten SpaceX-Aktionär. Peter Thiels Founders Fund steckte 2008 insgesamt 600 Millionen in SpaceX — heute ist der Anteil 50 Milliarden wert. Sequoia Capital sitzt auf 20 Milliarden. Andreessen Horowitz auf über zehn Milliarden. Fünf Banken teilen sich 500 Millionen an Gebühren: Goldman Sachs und Morgan Stanley bekommen je 100 Millionen, Bank of America, Citigroup und JPMorgan Chase je 75 Millionen. Das ist die Maschinerie hinter der Rakete.
Dann die anderen. 4.400 ehemalige und aktuelle SpaceX-Mitarbeiter werden über Nacht zu Millionären, rund 400 davon zu solchen mit über 100 Millionen. Juan Hernandez, Einwanderer aus Mexiko, fing 2015 als Schweißer an, 28 Dollar die Stunde. Beim Ausgabepreis war sein Anteil 880.000 Dollar wert, beim Kurs über 170 bereits über eine Million. Trevor Hise kam 2011 als Praktikant, blieb zwölf Jahre, sammelte über 100.000 Aktien. Heute ist sein Paket 13,5 Millionen schwer, mit 37 im Vorruhestand. Er nahm den Job gegen den Rat seiner Eltern, die ihn zur General Electric schicken wollten. Das Glück gehört denen, die früh genug auf den richtigen Schlitten springen.
Shotwell sagt, sie mache sich keine Sorgen, weder vor technischen Risiken noch vor dem, was vor ihnen liegt. „Ich sehe nichts, wovor ich Angst haben müsste.“ Sie sagt auch, Musk habe gewollt, dass normale Leute die Aktie kaufen können, und viele hätten das auf Retail-Niveau getan. Wer die Tür besitzt, bestimmt, wer durchgeht.
Musks Weg ist die Landkarte des digitalen Kapitalismus. 1995 gründete er Zip2; Compaq kaufte es 1999 für 307 Millionen, er machte 22. Zehn Millionen davon flossen in X.com, das zu PayPal wurde. 2002 verkaufte er an eBay, kassierte nach Steuern rund 165 Millionen. Mit 100 Millionen gründete er SpaceX. 2004 steckte er 6,35 Millionen in Tesla. Im Januar 2021 schob er sich an Jeff Bezos vorbei und wurde mit 185 Milliarden der reichste Mensch der Welt. In knapp sechs Jahren hat sich sein Vermögen verfünffacht. Dazwischen kaufte er 2022 Twitter, nannte es X, und die Plattform wirft angeblich keinen Gewinn ab. Dazu kommen Neuralink und die Boring Company. Musk ist kein Unternehmer. Er ist ein Konglomerat, das Raketen zündet.
Eine Billion Dollar ist kein Geld mehr. Das ist ein Eigenwert, eine eigene Schwerkraft. Wer so viel hat, definiert, was gekauft wird. Jede NFL-, MLB-, NHL- und NBA-Mannschaft, die zehn wertvollsten Fußballvereine der Welt — und immer noch 392 Milliarden übrig. Das ist keine Fantasie, das ist eine Rechenaufgabe.
Ich sitze in meinem Büro. Es riecht nach Lötzinn und kaltem Kaffee. Die Drähte summen. Ich übersetze.