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Vijayawada im Juni: Die eingeübten Gesten der Fürsorge

29. Juni 2026 — — — Kastner

Man schreibt den zwölften Juni in der Stadt am Krishna, und die Behörden haben sich entschieden, das Publikum an zwei kleinen Dramen teilhaben zu lassen, die, jedes für sich, die Architektur der Macht illustrieren, wie man sie hier seit Jahrzehnten kennt. Am Vormittag inspiziert die stellvertretende Polizeichefin Shareen Begum, in Begleitung von Verkehrs-ACP und Inspektoren, die Schulbusse, die nach den Sommerferien wieder die Kinder transportieren sollen. Sie prüft Dokumente — Fitness, Lizenz, Versicherung. Sie ordnet an, dass jeder Bus einen Putzer habe. Sie verlangt Erste-Hilfe-Kästen, Feuerlöscher, Notausgangstüren, die Aufschrift "School Bus", funktionierende Bremsen, Scheinwerfer und Blinker. Und sie sagt den Eltern, sie möchten doch bitte selbst nachsehen, bevor sie ihre Kinder anmelden.

Es ist die Sprache der Sorge, sorgfältig einstudiert, jedes Wort wie ein Handschlag auf dem Verhandlungstisch. "School buses should have first-aid kits, fire extinguishers and emergency doors", sagt die DCP, auf Englisch, wie es sich für eine Inspektion gehört, die sich selbst beim Namen kennt. Man hat das Gefühl, dass die Zuhörenden längst wissen, was sie tun werden. Der Polizeikommissar S. V. Rajashekar Babu ergänzt die Drohung: strenge Maßnahmen gegen die Träger, wenn Busse ohne ordnungsgemäße Dokumente fahren. So weit, so vorhersehbar.

In derselben Nacht, in der die Schulbusse auf ihre erste Fahrt warten, hat der Himmel über Vijayawada eine andere Sprache gesprochen. Hundertzwei Millimeter Regen im Gunadala-Viertel, neunzig Komma zwei fünf in Nunna, achtundachtzig Komma zwei fünf im Osten, neunundsechzig Komma zwei fünf rund um den K. L. Rao Park — so die Aufzeichnungen des Directorate of Economics and Statistics, gemacht zwischen halb neun am Mittwochmorgen und der gleichen Stunde am Donnerstagmorgen. Die meisten dieser Menge, so heißt es, fielen zwischen vier und sechs Uhr morgens, als die Stadt noch schlief oder es zumindest versuchte. NTR Circle stand unter Wasser. Der Pandit-Nehrue-Busbahnhof. Das Collectorate-Gelände. Die Mangomarktroute. Eine geschlossene Wasserfläche, wie eine zweite Geographie über der ersten, kurz sichtbar, bevor die Behörden sie wieder fortwischten.

Drei Viertel der Überschwemmung, sagen die kommunalen Stellen um elf Uhr vormittags, seien bereits beseitigt. Man darf sich fragen, was die übrigen fünfundzwanzig Prozent tun, wo sie bleiben, an wen sie sich wenden. Der Distriktsammler G. Lakshmisha hat die Beamten angewiesen, wachsam zu bleiben und die Richtlinien des IMD und der APSDMA zu befolgen — zwei Abkürzungen, die in jedem zweiten Erlass stehen und die, wie alte Verträge, vor allem dazu dienen, dass hinterher niemand sagen kann, man habe nichts gewusst. Die Landwirtschaftsbeamten seien angewiesen, die Bauern zu unterstützen. Die Öffentlichkeit werde gebeten, nicht unter Bäumen oder in der Nähe von Strommasten Schutz zu suchen. Für alle Fälle: 9154970454, die Nummer des Kommandoraums.

Es ist, wenn man genau hinsieht, ein und dieselbe Geste, zweimal ausgeführt. Am Tag kontrolliert die Verwaltung die Fahrzeuge, mit denen Kinder zur Schule gebracht werden sollen, und erinnert die Eltern daran, dass sie selbst nachsehen mögen. In der Nacht kontrolliert sie das Wasser, das in die Stadt kam, und erinnert die Bürger daran, dass sie nicht unter Bäume treten sollen. Die eine Inspektion produziert Dokumente. Die andere produziert Zahlen — 102 Millimeter, 75 Prozent, 9154970454. Beide zusammen ergeben das, was man eine vertrauensbildende Maßnahme nennt, und was in der Wirklichkeit dieses Landes seit langem eine Choreografie ist, in der jeder seinen Schritt kennt.

Was man nicht hört, ist die Frage, warum die Busse keine Putzer hatten, bevor sie inspiziert wurden. Warum die Notausgänge erst jetzt erwähnt werden. Warum eine Stadt, die in wenigen Stunden achtzig oder hundert Millimeter Regen aufnehmen muss, dies offenbar als Überraschung behandelt und nicht als Saisonauftakt. Was man nicht sieht, ist das Formular, das im Hintergrund bereits unterschrieben wurde, bevor die DCP ihr Mikrofon öffnete, der stille Vertrag, der zwischen jeder Schulbusinspektion und jedem Monsun erneuert wird — dass die Kontrolle stattfindet, dass die Zahlen genannt werden, dass die Namen der Verantwortlichen im Protokoll stehen, und dass am Ende, wenn die Kinder doch im Wasser stehen oder im Bus ohne Bremsen, die Akte geschlossen wird.

Shareen Begum wird weiter kontrollieren. Rajashekar Babu wird weiter drohen. Lakshmisha wird weiter anordnen. Die Busse werden fahren, manche mit Aufschrift, manche ohne. Der Regen wird wiederkommen, in der gleichen Stunde, mit der gleichen Wucht, und man wird wieder zusammenrechnen, wie viel Prozent bereits abgeflossen sind, wenn die Sonne zurückkehrt. So ist das Spiel. Man muss nur wissen, wann der Vorhang fällt und wer im Parkett sitzt.

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