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Fliegende Gabe: Trump weiht Qatars Boeing in Andrews ein

3. Juli 2026 — — — Kastner

Es ist Freitag, der neunzehnte Juni, und über der Joint Base Andrews in Maryland steht eine Boeing 747-8 in einer eigens neu errichteten Halle. Das Flugzeug ist kein gewöhnlicher Jet: Es wurde vom Emirat Katar gespendet, von der US-Luftwaffe umgebaut und am Freitag von Präsident Donald Trump als neue Air Force One präsentiert.

Trump trat aus der Maschine, während Lee Greenwoods „God Bless the U.S.A." durch die Halle klang. Zweihundert Angehörige der Luftwaffe standen Spalier. Vor dem Flugzeug sagte der Präsident, was Präsidenten sagen, wenn die Kameras laufen: Worte über Holz, über Triebwerke, über eine Qualität, die „wahrscheinlich nie wieder gesehen werden wird". Die Boeing ist achtzehn Fuß länger als die ausgemusterten Maschinen, ihre Spannweite dreißig Fuß größer, die Kabine weiter. Trump sprach vom „lächerlichen Zustand", dass andere Staatschefs imposanter fliegen als die Vereinigten Staaten.

„Es war eine Ehre", sagte er. „Und ich möchte dem Emir von Katar danken — er ist ein fantastischer Mann."

Das Flugzeug stammt aus Doha. Das katarische Königshaus übergab den Jet im vergangenen Jahr, im Rahmen einer Werbung um Washington, die Investitionen, diplomatische Unterstützung und eine Rolle in den Verhandlungen über Gaza wie auch in Gesprächen mit dem Iran umfasste — Gespräche, die Katar aufnahm, nachdem es während Trumps erster Amtszeit regional in Isolation geraten war. Nun steht die Maschine hier, umlackiert in Dunkelrot, Marineblau und Weiß, mit Wellen im Anstrich, die an eine flatternde Flagge erinnern sollen. Das ikonische Hellblau, das seit John F. Kennedy über den Vereinigten Staaten schwebte, ist verschwunden. „Es war Zeit für eine Veränderung", sagte Trump. „Alles wurde nach meinem Geschmack entworfen."

Die Luftwaffe hat das Flugzeug „VC-25B Bridge Aircraft" getauft — eine Brücke, denn die Maschine soll nur so lange dienen, bis eine neue Flotte von Boeing-Jets ab dem Jahr zweitausendachtundzwanzig ausgeliefert wird. Am Freitag erklärte die Behörde, das Flugzeug sei „sicher, geschützt und mit den fortschrittlichsten Technologien ausgestattet". In den Bereichen Sicherheit, Schutz und Missionskommunikation sei „kein Risiko eingegangen" worden. Die Nachrüstung, schätzte Luftwaffen-Staatssekretär Troy Meink bereits im Jahr zuvor, werde weniger als vierhundert Millionen Dollar kosten.

Nächsten Monat, kündigte Trump an, werde ihn die Maschine zum Nato-Gipfel nach Ankara tragen. Auch eine Rückkehr nach China deutete er an — vermutlich zum Asien-Pazifik-Gipfel, den Peking im November ausrichtet. Am vierten Juli solle die Boeing über dem Weißen Haus und dem Kapitol vorüberziehen.

Über Wochen hatten Kritiker — darunter Republikaner im Kongress und konservative Medienfiguren — die Annahme des Geschenks als Problem der ausländischen Einflussnahme und der nationalen Sicherheit bezeichnet. Trump wies die Vorwürfe am Freitag zurück, indem er den Jet entgegennahm.

Die Übergabe folgte einem ungewöhnlichen Zeremoniell: das Geschenk kam nicht im stillen Saal, sondern vor Kameras, mit Musik, mit Politur und mit einer öffentlichen Widmung an den Emir. Aus einer in Doha registrierten Boeing wurde, mit dem nächsten Pinselstrich, ein Flugzeug der US-Luftwaffe.

Die alte Boeing 747, die seit der Administration von George H. W. Bush sechsundneunzig Länder auf zweihundertdreiundzwanzig Auslandsreisen getragen hatte, wird abgelöst. Eine kleinere Maschine für Regionalflüge bleibt im Dienst. Am Abend lud Trump die mitreisenden Reporter zur Besichtigung ein, bevor er nach Camp David aufbrach.

Es ist Freitag, der neunzehnte Juni. Und in Andrews beginnt, mit einer Geste aus Doha, eine neue Etappe des Reisens.

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